Wie schnell die Zeit vergeht, merkt man meist erst wenn es Jubiläen zu feiern gibt. So nun auch bei der erfolgreichsten Hörspielserie im deutschsprachigen Raum. 40 Jahre sind "Die drei ???" nun schon stete Begleiter mehrere Generationen von Hörern. Fans können heuer auch erstmals in Wien (23.2. im Konzerthaus) eine Live-Lesung erleben. Also gleich zwei gute Gründe, um mit Sprecher Andreas Fröhlich, der bei den drei Detektiven die Rolle des Peter Andrews spricht,  über die Geschichte eines Erfolgs zu reden.

Wiener Zeitung:"Die drei ???" sind seit 40 Jahren eine Erfolgsgeschichte – hätten sie sich das zu Beginn gedacht ?


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Andreas Fröhlich: Nein, das war am Anfang überhaupt nicht absehbar. Wir dachten wir sprechen ein paar Folgen ein und das war es dann auch.

Die Live-Shows füllen die großen deutschen Hallen. Zum 40-jährigen Jubiläum wird am 23. Februar "Die drei ??? und der dunkle Taipan" im Wiener Konzerthaus zu sehen sein.  - © Foto: Verlag
Die Live-Shows füllen die großen deutschen Hallen. Zum 40-jährigen Jubiläum wird am 23. Februar "Die drei ??? und der dunkle Taipan" im Wiener Konzerthaus zu sehen sein.  - © Foto: Verlag

Sie waren ja selbst noch ein Kind als sie begonnen haben, wie hat sie der Erfolg beschäftigt und wie kann man so lange an der Rolle dran bleiben?

Dass wir so erfolgreich sind, habe ich erst Jahre später realisiert. Niemand meiner Freunde oder Klassenkameraden hat "Die drei ???" damals gehört. Ich bin 1965 geboren, war schon als Kindersprecher bekannt, aber die Serie startete ja erst Ende der 70er Jahre.

War das gut so? Wären sie jetzt ein Anderer oder würde es "Die drei ???" so gar nicht mehr geben, wenn der Anfangsrummel ein größerer gewesen wäre?

Man kann das nicht vergleichen. Heute wäre alles anders. Es würde es mehr Castings geben, mehr Aufmerksamkeit. Wir sind stets am Boden geblieben.

Wie sieht ein Tag am Set eigentlich aus? Sind sie immer zeitgleich vor Ort?

Wir sind immer noch im gleichen Studio wie vor 40 Jahren auch und es ist auch immer noch die gleiche Regisseurin, die uns damals entdeckt hat. Im Tonstudio von Heikedine Körting in der Hamburger Rothenbaumchaussee wird auch immer noch auf Band aufgenommen, auch wenn es mittlerweile eine digitale Kopie gibt. Links von mir sitzt Jens (Wawrczeck, Peter Shaw) und gegenüber Oli (Oliver Rohrbeck, Justus Jonas, Anm.d.Red.) und dann sprechen wir gemeinsam unsere Texte ein.

Ist dieses "Familäre" auch eines der Erfolgsrezepte? Gab es im Lauf der Zeit nie Streit - wie man es doch von erfolgreichen Bands kennt?

Wenn wir eine erfolgreiche Band wären, dann wäre es nicht so einfach. Wir aber treffen uns 4 bis 5 mal im Jahr im Hamburg und sprechen pro Tag eine neue Folge ein. Und dann gehen wir alle paar Jahre mal auf Tournee. Da gibt es keinen Streit. Uns verbindet eine sehr gute Freundschaft.

Hat sich etwas durch die Livetouren geändert? Sind die Lesungen eine willkommene Abwechslung oder eine stressige Zusatzaufgabe?

Die Idee zu den Lesungen kam von uns Dreien. Wir wollten das. Da gab es keinen Druck vom Verlag. Man kannte die Stimmen, aber hatte kein Gesicht dazu. Die Idee war, dass wir in Buchhandlungen Lesungen machen, doch dann kamen die Leute, die die Tickets verkauften und sagten, dass der Zuspruch ein enormer wäre. Also wollten wir es in Kinos machen aber auch das war zu klein.

Sie füllen mittlerweile riesige Hallen, hat sich dadurch in ihrem Privatleben etwas verändert? Ist es stressiger geworden durch Berlin zu gehen?

Nein, in Berlin bleibt man gut unerkannt. Taxifahrer erkennen mich noch am ehesten, da sie ihre Fahrgäste doch meist nur hören. Wenn mein Mund zu bleibt, erkennt man mich nicht.

Sie sind mit ihren Hörern mitgealtert, bekommen aber stets auch junge Hörer dazu - haben sie jemals nachgedacht, dass sich die Zielgruppe verändert hat?

Darüber denkt man nicht nach. Das wäre nicht hilfreich. Ich sehe mich selbst als Hörspieler. Und in einem Hörspiel hat man ganz andere Freiheiten als etwa im Film. Würde ich als Mitte Fünfzigjähriger einen Jugendlichen in einem Film spielen, das wäre absurd. Im Hörspiel geht das.

Im Laufe der 40 Jahre wächst man doch sehr zusammen, wie geht man mit dem Wechsel von Sprechern um, etwa wenn es Todesfälle gibt?

Das ist immer schlimm, sowohl vom menschlichen Aspekt aus gesehen, als auch für das Team und die Zuhörer. Vielen fällt dann erst auf, dass eine Person mehrere Rollen gesprochen hat, wenn sie nicht mehr da ist.

Ihre Schwester (Katrin Fröhlich) ist ebenfalls eine erfolgreiche Synchronsprecherin und hatte auch eine Rolle bei den "Drei ???"...

Ja, und ich bin sehr froh, dass sie auch in Wien dabei sein wird. Sie spielt wieder die Rolle von Allie Jamison.

Wird ihre Tochter die Familiengeschichte weitertragen und auch in ihre Fußstapfen treten?

Nein, sie soll etwas Sinnvolles lernen. Ich bin sehr privilegiert und glücklich mit meinem Job und dass ich davon auch leben kann. Aber es ist so viel Glück dabei, das sollte man ach stets bedenken und sehen.