So restfett kann der Andi vom letzten Saufabend gar nicht sein, dass dem Hilfsbestatter, nachdem er ins frische Grab gespieben hat, nicht irgendwas komisch vorkommt. Weil der Sarg so arg schwer war für einen verstorbenen Bauchspeicheldrüsenkrebspatienten, der eigentlich auf der Palliativstation nur noch 40 Kilo als ein Nasser hatte – nicht dass da womöglich noch wer Zweiter drin war?!

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Wie gesagt, so restfett kann der Andi gar nicht sein, dass ihm das Ganze nicht verdächtig vorkommt. Gemeinam mit seinem besten Freund Fipsi geht er also seinem schlimmen Verdacht nach in einem Dorf mit so absurd urigen Typen, dass man sich fragt, wo Autor Rudolf Ruschel die bloß alle her hat. Vor allem die Bestatter, die er - dank einschlägiger eigener Erfahrung - mit besonders viel Liebe zum Detail durch den Kakao zieht. Wobei, so nebenbei badet er auch in zahlreichen gesellschaftlichen Klischees, die wohl auch einen wahren Kern haben.

Was der Autor, der in Niederösterreich aufgewachsen ist, wohl beim nächsten Heimatbesuch zu hören bekommen wird? So wenig Genierer muss man einmal haben mit seinen eigenen Romanfiguren.

Rudolf Ruschel: Ruhet in Friedberg
btb; 302 Seiten; 10,30 Euro