Auf Patch Island herrscht große Aufregung: Zwei Fremde kommen auf die kleine irische Insel, dabei sind ihre paar schrulligen Bewohner keine Besucher von auswärts gewohnt. Und dann ist der eine noch dazu ein Vierzehnjähriger, was vor allem für die dreizehnjährige Ruby Fairygale, das letzte verbliebene Schulkind auf dem kleinen Eiland, von Bedeutung ist. Doch Noah, so heißt der Bursche, den sein Vater mit einem Betreuer auf Zwangssommerferien von Kalifornien nach Patch Island geschickt hat, präsentiert sich zunächst sehr abweisend und unnahbar.

Nach und nach taut er aber auf, und spätestens als Ruby, die als Findelkind bei ihrer Adoptivgroßmutter lebt, ihn mitten im Sturm um Hilfe bitten muss, kommen sie und ihre Welt ihm plötzlich viel näher, als ihr eigentlich lieb ist: Er ist nämlich der Einzige, der ein Fabelwesen retten kann. Der Selkie (ein Seehund, der menschliche Gestalt annehmen kann) wurde nämlich im Sturm auf einen Felsen gespült, und Noah ist der beste - und vielleicht einzige - Schwimmer, dem Ruby und ihre Großmutter in diesem Moment trauen können. Denn sie bewahren das größte Geheimnis von Patch Island: eine Krankenstation für Fabelwesen.

Kira Gembri erzählt eine ganz und gar unschuldige Geschichte über zwei Teenager, die beide in ihrer Einsamkeit gefangen sind, in der es vor Fabelwesen - vom frechen Kobold bis zum wilden Feenhund - nur so wimmelt. Und in der es zum Ende hin noch sehr spannend wird, weil besagte Fabelwesen in große Gefahr geraten. Aber natürlich retten Ruby und Noah sie mit vereinten Kräften. Und auch Noahs Vater steht am Ende in einem anderen Licht da. Fans von irischen Sagen werden ihre Freude mit dem Buch haben. 

Kira Gembri: Ruby Fairygale - Der Ruf der Fabelwesen
Loewe; 316 Seiten; ab 11 Jahren; 15,40 Euro