Bogart Bull ist zurück. Øistein Borges kaputter norwegischer Kriminalist hat sich halbwegs erholt, nachdem seine Frau und Tochter in "Kreuzschnitt" vom Serienvergewaltiger Richard Torp umgebracht wurden, den Bull einst gefasst hatte. Als Europol-Verbindungsmann wird Bull nun nach Amsterdam geschickt, um den Mord an einer norwegischen Studentin in einem Park aufzuklären.

Doch dieser war nur der Auftakt für eine ganze Mordserie, in der ein scheinbar Irrer offenbar wahllos Menschen tötet: Weder Opfer noch Mordwaffen weisen irgendwelche Verbindungen auf, einzig die Signatur "13" ist gleich. Dazu kommen perfide Warn-SMS im Vorfeld, die stets erst nach dem Mord zu deuten sind.

Es wird sehr heftig für Bull, der auch selbst ins Visier gerät – und das Ende hat einen üblen Beigeschmack. Das passt aber zu Borges neuem Bull-Krimi, in dem er sich selbst übertrifft. Und in dem er das Meisterstück schafft, seine Leser nicht nur mit dem Ermittler mitfiebern zu lassen, sondern auch mit seinem Gegner, dessen Geschichte in Rückblenden ausführlich erzählt wird, bevor am Ende das große Ganze sichtbar wird.

Øistein Borge: Irrfahrt
Droemer; 320 Seiten; 10,30 Euro