Zwei junge Paare finden im Jahr 1977 jeweils zusammen: Da sind zum einen John und Stella, die ungewollt schwanger wird - die daraus resultierende Ehe wird durch das Kleinkind auf eine harte Probe gestellt. Und da sind Charlie, dessen Schwester durch einen Bombenanschlag auf eine Bar in der Hochzeitsnacht getötet wurde, und Beth, die sich sehnlichst ein Kind wünschen - ihre frische Ehe geht nach einer Fehlgeburt, einem Seitensprung und zahlreichen Alkoholexzessen Charlies in die Brüche.

Katy Mahood schildert die Geschichte zweier Ehen, vor allem zweier Ehefrauenschicksale in den späten Siebzigern. Zwei Frauen, die eine mit Kind vom Leben irgendwie daheim eingesperrt, die andere ohne Kind und darob verzweifelt, die eine leidet am Muttersein, die andere an der Kinderlosigkeit, während ihre Männer sich mehr oder weniger in die Arbeit (und in Charlies Fall auch in den Alkohol und in eine Affäre) flüchten und sie mit ihren Problemen alleine lassen.

Doch beide Paare kämpfen um ihre Ehen, jedes auf seine Weise und gegen verschiedene, zum Teil große Widrigkeiten. Es sind aber auch kleine, ganz alltägliche Sorgen, die Autorin Katy Mahood ebenfalls beschreibt.

Dabei kreuzen sich Charlies und Stellas Blicke erstmals 1977 und danach in den folgenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder. Es sind kurze Begegnungen ohne direkten Kontakt, die sie zunächst irgendwie lose verbinden, ehe eine ganz andere, unerwartete Verbindung zustande kommt. Diese Konstellation bringt Katy Mahood in Verbindung mit der Quantenverschränkung: Der bloße Akt der Beobachtung verändert schon das zu messende System. Nicht von ungefähr ist Stellas Ehemann John Quantenphysiker.

In ihrem Roman entwirft Katy Mahood auch ein Sittenbild der späten Siebziger und frühen Achtziger, in dem sie den gesellschaftlichen Status von Männern und Frauen beleuchtet. Und die Rollenbildern, die immer mehr hinterfragt werden. Aber vor allem geht es um Lebensentwürfe und Zukunftswünsche, die mitunter an der harten Realität zerschellen. Darum, wie schwierig und aufreibend es sein kann, eine Ehe zu führen, wenn man schon mit dem eigenen Leben oft nicht klarkommt. Um die Beziehung zwischen Eltern und ihrem Kind und was es heißt, für sein Kind da zu sein - oder auch nicht. Mit feiner Feder bringt die Autorin verschiedenste zwischenmenschliche Beobachtungen zu Papier und erzählt auch kleine, banale Dinge in großer, blumiger Sprache.