"Woody Allen ist der bedeutendste jüdische Filmregisseur der Nachkriegszeit; möchte man wirklich ausgerechnet seinem Buch hierzulande das Erscheinen untersagen?", schreibt der österreichische Autor Daniel Kehlmann in einem Gastbeitrag für die am Donnerstag erscheinende Wochenzeitung "Die Zeit". Namhafte Rowohlt-Autoren hatten das Hamburger Haus zuvor aufgefordert, auf die Veröffentlichung von Woody Allens Memoiren zu verzichten. Kehlmann, der ebenfalls bei Rowohlt verlegt wird, kritisierte den Protest: Es gebe "ein genuines öffentliches Interesse", diese Memoiren lesen zu können. Gegen Woody Allen ("Manhattan", "Midnight in Paris") liegen seit Jahrzehnten Missbrauchsvorwürfe vor. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow (34) hält ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben. Der Regisseur hat das stets zurückgewiesen.

Der US-Verlag Hachette hatte nach scharfen Protesten von Mitarbeitern und aus der Familie Allens dessen Biografie am vergangenen Wochenende aus dem Programm genommen. (apa/dpa)