Als einzige Jugendliche unter den Alteingesessenen in ihrem Heimatdorf hat Mailin ein seltsames Fieber überlebt. Doch nun ist sie nicht ganz sicher, ob sie nicht doch selbst fantasiert. Denn nach dem Verschwinden der der zugezogenen Apothekerin Silja wird sie von einem Schwarm Raben in die Lüfte gezogen und findet sich im Land über dem gefrorenen Himmel wieder, der bisher eigentlich eher als eine Art Synonym für das Totenreich diente. Doch anscheinend gibt es tatsächlich den in Mythen beschriebenen Winterkönig, in dessen Reich sie nun gelandet ist. Und Mailin, zunächst ganz auf sich alleine gestellt, muss mehrere seltsame Zweckbündnisse eingehen, um erstens Silja zu finden, zweitens den Winterkönig zu besiegen und drittens irgendwie wieder sicher nach Hause zu kommen. 

Zumindest ist das Mailins Ansatz in der ersten Zeit im Reich des Winterkönigs. Nach und nach kommt sie jedoch drauf, dass manches offenbar ganz anders ist, als sie zunächst gedacht hat. Und die Rolle jenes jungen Mannes, den sie für sich Eismund nennt und den sie zunächst in ihren Träumen gesehen hat, bevor sie ihm nun hier leibhaftig begegnet, bleibt lange undurchsichtig. Es wird jedenfalls sehr abenteuerlich. Autorin Nina Blazon entwirft in "Rabenherz und Eismund" eine eiskalte Fantasywelt, in der vor allem viele starke Frauen unterwegs sind und an jeder Ecke eine neue Gefahr lauert. Und das Ganze in einer bildgewaltigen Sprache, die sich manchmal ein bisschen in die Länge zieht. Spannend ist es trotzdem bis zum Schluss.