Die Schule ist bald zu, und den ganzen Tag lernen geht ja auch nicht, aus dem Haus kommt man nur bedingt, Freunde treffen ist ebenfalls keine so gute Idee, und die Eltern im Home Office haben nicht unbedingt Zeit - eigentlich die besten Voraussetzungen, um Kinder zum Lesen zu animieren. Und zum Beispiel die "Tafiti"-Reihe von Julia Boehme (wieder) zu entdecken, die inzwischen 13 reguläre Bände und mehrere Zusatzbücher umfasst.

Und wer sie in die Hand nimmt, der wird das kleine, vorwitzige Erdmännchen Tafiti und seinen Freund Pinsel, das Pinselohrschwein (das inzwischen ein Ehren-Erdmännchen ist), rasch ins Herz schließen. Und auch die vielen anderen Tiere, denen sie in ihren Abenteuern in der Savanne begegnen. Selbst die Bösen haben ihre ulkigen Seiten: der große Adler Mister Gogo, der Tafiti jagt, obwohl er gar kein Fleisch ist; oder der Löwe King Kofi, der lispelt und sowieso zu doof ist, um Tafiti und Pinsel zu fangen. Wobei in jedem Abenteuer ein anderes Tier eine wichtige Rolle spielt. So gibt es immer etwas Neues zu erleben, von einem wildgewordenen Nashorn, das unsere beiden Helden beruhigen müssen, über ein Elefantenbaby, das seine Herde sucht, bis zu King Kofi, der von einem Artgenossen abgesetzt wird - und den Tafiti und Pinsel retten, weil sie merken: Es kommt nichts Besseres nach. Lieber einen unfähigen, gemeinen Löwen als einen fähigen, wirklich bösen.

Julia Ginsbach hat die Geschichten in vielen herzigen Illustrationen umgesetzt, die gemeinsam mit den kurzen Sätzen in großer Schrift auch schon Erstklässlern gutes Lesen ermöglichen. Und wer es sich noch einfacher machen will, kann sich auch noch die Hörbücher dazu leisten: Christoph Maria Herbst beziehungsweise Philipp Schepmann sprechen dabei den Text Wort für Wort vor und beweisen einmal mehr ihr Sprechtalent. Allerdings bisher leider nur bis Band 8. Hoffentlich findet einer der beiden bald wieder den Weg ins Tonstudio, auch in Zeiten des Coronavirus.