Klara, Lu und Wolle (der eigentlich Hannes heißt, aber wegen seiner wilden Haarpracht so genannt wird) trauen ihren Augen kaum, als plötzlich drei Gärtner anmarschieren und die Trauerweide vor der Schule fällen wollen, damit die nahe Versicherung mehr Parkplätze bekommt. Und weil sie couragierte Kinder sind, stellen sie sich schützend vor den Baum und kämpfen für seinen Erhalt. Dabei bekommen sie unverhofft Hilfe von einer neuen Mitschülerin, die plötzlich auftaucht: Milla wohnt in einem großen Baumhaus und geht nirgends ohne ihren kleinen Kater Maunzer hin.

Bald schon stellt sich heraus, das Milla ein magisches Geheimnis hütet: Sie kann mit Tieren sprechen. Und sie ist auf der Suche nach ihrer Katze Minze, die eine böse Frau offenbar gefangen hält. Als zeitgleich ihre Lehrerin, Frau Sommer, krank wird und eine dubiose Frau Schwarze als Vertretung erscheint, werden die Kinder misstrauisch. Denn erstens benimmt sie sich sehr komisch in Bezug auf die Erkrankung von Frau Sommer, zweitens zeigt sie ein ungewöhnlich großes Interesse am derzeit im Historischen Museum ausgestellten magischen Stab eines antiken Druiden, und drittens riecht man ihr förmlich an, dass bei ihr etwas faul ist. Und so versuchen Karla, Wolle und Milla, der verdächtigen Frau Schwarze auf die Spur zu kommen und sie zu überführen. Dass es dabei gefährlich für sie wird, verhindert natürlich nicht das - für ein Kinderbuch übliche - gute Ende.

In seinem Kinderkrimi mit magischem Einschlag widmet sich Autor Daniele Meocci nicht nur den aufgelegten Themen Mut und Freundschaft, sondern webt auch eine Trennungsgeschichte mit ein: Klaras Eltern streiten nämlich dauernd, bis ihr Vater auszieht. Wie es der Tochter dabei geht, versucht der Autor behutsam in kindgerechte Worte zu fassen. Er drängt dabei aber keine plakativen Trostworte oder Lösungsvorschläge auf, sondern spricht das Thema nur so an, das etwaige betroffene kleine Leser sich darin vielleicht wiedererkennen. Wer diese Probleme nicht kennt, wird diese Passagen wohl einfach mitnehmen, ohne sich im Lesefluss gestört zu fühlen.