Mitten in der Corona-Pandemie hat Italien am Mittwoch seinen Nationaldichter Dante Alighieri (1265-1321) gefeiert. Beim erstmals begangenen "Dantedì" (Dantetag) mussten freilich alle öffentlichen Veranstaltungen wegen der Ausgangsbeschränkungen abgesagt werden. Stattdessen ließen Politiker, Kulturschaffende und Dante-Fans den "Sommo Poeta" unter #IoleggoDante (Ich lese Dante) virtuell hochleben.

"Dante ist die Einheit des Landes, Dante ist die italienische Sprache, Dante ist die Idee Italiens selbst", sagte Kulturminister Dario Franceschini. Er hatte Lehrer und Schüler zuvor dazu aufgerufen, den Verfasser der "Göttlichen Komödie" am Mittwoch im Online-Unterricht zu lesen.

Große Pläne für 2021

Die italienische Regierung hatte im Jänner beschlossen, den 25. März zum "Dantedì" zu machen. Die Idee geht auf den Journalisten Paolo Di Stefano von der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" zurück. Das Datum orientiert sich an Dantes Hauptwerk: In seinem Versepos "Die Göttliche Komödie" hatte er eine fiktive Wanderung durch die drei Reiche des Jenseits beschrieben: Die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies. Sie beginnt nach Überzeugung der Interpreten am Karfreitag des Jahres 1300, einem 25. März.

Nächstes Jahr will Italien den 700. Todestag Dantes groß feiern, so wie 2015 auch schon sein 750. Geburtstag begangen wurde. Das Magazin "The Florentine" rief die Italiener dazu auf, von ihren Balkonen die ersten Verse der "Komödie" zu rezitieren. Dies taten auch zahllose User auf Twitter und Facebook. In der Hoffnung auf ein baldiges Ende der Corona-Pandemie in Italien wurde aber auch auffällig oft der letzte Vers des "Inferno" - des ersten der drei Hauptteile des Epos - zitiert: "Von dort traten wir hinaus und sahen wieder die Sterne". (apa)