Zwei Eier, ein weißes und ein hellgrünes mit lila Sprenkeln, landen als Schmuggelware im Keller eines verfallenen Hauses. Der Käufer lässt sie dort ausbrüten und möchte mit den beiden Drachen, die sie enthalten sollen, das große Geld machen. Doch zu seiner Enttäuschung schlüpft nur ein Drache, denn das weiße Ei enthält einen Pinguin. Anton und Zora, so nennt er die beiden Tiere, werden in ihrem Verschlag bald ein Herz und eine Seele - und umso größer ist die Panik des kleinen Drachenmädchens Zora, als der Pinguin Anton an einen Zoo verschachert wird.

Nun beginnt eine verzweifelte Suche: Während Anton im Pinguingehege landet und sich fragt, ob er Zora jemals wiedersehen wird, gelingt ihr die Flucht, nachdem auch sie verkauft wurde. Und ihr Instinkt treibt sie auf der Suche nach Anton in den Nordosten, in Richtung magisches Drachenland. Unterdessen hat es Anton - der übrigens ein sprechender Pinguin ist - geschafft, mit Hilfe der beiden Kinder Emma und Leo aus dem Zoo zu entkommen, und gemeinsam mit Emmas wunderlicher Tante Lotte machen sie sich nun ihrerseits auf die Suche nach dem Drachenland, in der Hoffnung, dass Zora dort ist.

Die Expedition selbst geht eigentlich relativ rasch vonstatten, die Vorgeschichte und die Reisevorbereitungen (Stichwort: Pinguin daheim in der Badewanne versteckt) nehmen im Buch wesentlich mehr Raum ein. Und so kommt es kurz nach dem Aufbruch bald auch zur auf dem Buchcover abgebildeten Ballonfahrt ins Drachenland, wo Anton - natürlich - und Zora wieder zusammenfinden. Was hier in wenigen Sätzen zusammengefasst ist, füllt insgesamt 140 Seiten - und weckt durchaus den Wunsch nach mehr, den die Autorin Marliese Arold und ihre Illustratorin Lisa Althaus gerne erfüllen. Denn auf Band eins, "Für Dich flieg ich bis ans Ende der Welt, sagt Anton", folgt bereits der nächste: "Mit dir ist kein Abenteuer zu groß, sagt Zora".

Achja, vor lauter sprechenden Tieren darf man natürlich die Zweibeiner nicht übersehen. Denn auch Leo und Emma samt ihrer Tante Lotte und deren Freund Ludwig geben einiges an Unterhaltung her, zumal gerade der nicht immer ganz mutige Leo und seine umso tapferere Freundin Emma ganz gute Identifikationsfiguren sind. Und nicht zu vergessen ist auch noch Lottes Papagei Sultan. Der hat zwar nur eine kleine Rolle, aber auch die sorgt für Spaß. Marliese Arolds Charaktere und deren Dialoge sind genauso liebevoll gestaltet wie Lisa Althaus' Zeichnungen.