Beginnen wir mit der schlechten Nachricht für Obelix: Die Gallier haben in echt keine Hinkelsteine hergestellt (die lagen schon Jahrtausende früher in der Gegend herum). Und sie haben auch so gut wie nie Wildschwein gegessen - dafür aber (Idefix, weghören!) gar nicht so selten Hunde, deren Fell zu Kleidung verarbeitet wurde.

Die Asterix-Abenteuer erscheinen im deutschsprachigen Raum bei der Egmont Comic Collection. - ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY - UDERZO
Die Asterix-Abenteuer erscheinen im deutschsprachigen Raum bei der Egmont Comic Collection. - ASTERIX®- OBELIX®- IDEFIX® / © 2019 LES EDITIONS ALBERT RENE / GOSCINNY - UDERZO

Dies sind nur zwei von zahlreichen Fakten, die Bernard-Pierre Molin auf 160 Seiten zusammengetragen hat. Für Asterix-Fans räumt er in "Tempus Fugit" mit "wahren Mythen" und "falschen Fakten" rund um den beliebtesten Gallier der Welt auf. Wir lernen zum Beispiel, dass Asterix selbst, hätte er existiert, sicher keinen Flügelhelm getragen hätte. Den hat sich Albert Uderzo anderswo abgeschaut, in Wahrheit dienten meist Hörner als Helmverzierung. Der immer wiederkehrende Gag-Lieferant Majestix auf dem Schild ist übrigens ebenso frei erfunden. Einem Gallier, selbst einem Häuptling, wäre es nicht im Traum eingefallen, sich auf seinen Schild zu stellen. Dafür gab es diese Pose tatsächlich bei den Germanen. Die Gallier wiederum zeigten (wie Asterix bei den Olympischen Spielen) den Römern schon einmal die Zunge.

Die Unbeugsamen haben übrigens ein reales Vorbild: die Eburonen, die 54 v. Chr. eine ganze Legion auslöschten. Deren Chef Ambiorix entkam stets den Römern, im Gegensatz zu Vercingetorix, dem auch ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Apropos: Molin vergisst natürlich nicht darauf, Alesia zu verorten. Und er beleuchtet nicht nur die Lebensweise der Gallier, sondern auch jene der Römer. Garniert ist das Ganze mit Bildern aus den Heften.

Zum Schluss noch eine Anmerkung zum typischen Ende jedes Abenteuers: Die Barden wurden selbstverständlich in Wahrheit hoch geachtet - wobei allerdings davon auszugehen ist, dass sie schöner sangen als Troubadix.