Der stationäre Buchhandel in Österreich ist im März wegen der Corona-bedingten Geschäftsschließungen eingebrochen. Die Umsatzverluste betrugen minus 41 Prozent, teilte der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels in einer Aussendung mit.In den ersten beiden Märzwochen gab es zwar noch ein Umsatzplus von 7,5 Prozent im stationären Buchhandel, seit Beginn der Geschäftsschließungen am 16. März stürzten die Umsätze dann aber um 83 Prozent ab. Auch danach haben die Buchhandlungen weiterhin verkauft, dank der eigenen Onlineshops und dem Ausbau der Lieferservices. Berücksichtigt man alle Verkaufskanäle, also auch Nebenmärkte wie Tankstellen, Elektromärkte oder den Lebensmitteleinzelhandel sowie das Onlinegeschäft, fällt der Umsatzverlust mit minus 24 Prozent geringer aus (Vergleich März 2019 mit März 2020).

Auf der Strecke bleiben vor allem die österreichischen Verlage mit ihren heimischen Autorinnen und Autoren. Da alle Messen, Lesungen und Auftritte abgesagt werden mussten, fehle seit Wochen die Möglichkeit, Neuerscheinungen vorzustellen, klagte der Hauptverband. Selbst die Wiedereröffnung kleinerer Läden bis 400 Quadratmeter ab kommendem Dienstag bringe den Verlagen nichts, da durch die Personenbeschränkungen und Veranstaltungsverbote weiterhin keine Präsentationen und kaum gezielte Beratungen möglich seien. Den stärksten Rückgang verzeichnete im März die Reiseliteratur mit einem Minus von 65 Prozent, den geringsten Kinder- und Jugendbücher mit einem Minus von rund einem Prozent. Die Coronakrise spiegelt sich auch in den Bestsellerlisten wider: Verstärktes Interesse gibt es an Buchtiteln wie Laura Spinneys "1918 - Die Welt im Fieber" (Hanser), "Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie" (Smarticular), "Der größte Crash aller Zeiten" (Eichborn) von Marc Friedrich/Matthias Weik oder "Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben" (Eden Books) von Muriel Baumeister/Constanze Behrends. (apa)