Knapp zwei Milliarden Kinder leben auf der Erde. Weil das eine schier unvorstellbar große Zahl ist, haben Autor Christoph Drösser und Illustratorin Nora Coenenberg sie auf 100 heruntergebrochen, sprich: Man stelle sich vor, die Welt wäre ein globales Dorf, in dem 100 Kinder wohnen. Wie viele von ihnen werden später einmal lesen und schreiben können (89), leben auf der Straße (5), kommen aus Asien (56), sprechen Chinesisch (13), leben direkt am Meer (15), leben in einer Demokratie (42), sind gegen Masern geimpft (64), wurden im vergangenen Jahr Opfer von Gewalt (52), leben in einem Land, in dem Krieg herrscht (13), . . .?

All diese und noch viel mehr Fragen werden in "100 Kinder" anschaulich beantwortet. Manche Zahlen wirken ganz okay - bis man sich den fehlenden Rest auf 100 vergegenwärtigt. Was es zum Beispiel im Umkehrschluss bedeutet, wenn 66 in einem Krankenhaus geboren wurden oder 54 in den Kindergarten oder in die Schule gehen. Ein interessantes Detail am Rande ist dabei, dass von 100 Kindern 98 Micky Maus kennen, aber nur 5 mit Lego spielen. Apropos Spielzeug: Wirklich beeindruckend ist die Pro-Kopf-Verteilung von Spielzeug nach Kontinenten, die uns Europäern vor Augen hält, wie gut es uns geht im Vergleich zu anderen Gesellschaften. Es ist die Spitze der Ungleichheitsdarstellung, die hier ohne erhobenen Zeigefinger, aber nichtsdestotrotz mit geballter Wucht daherkommt. Eine Pflichtlektüre für den Sachunterricht.