Österreichs Finanzminister – selbst ein großer Lobbyist dieser Technologie – verunglückt im November 2022 mit seinem selbstfahrenden Auto. Und die Journalistin Stefanie Laudon, die sich mit vernetzten Autos intensiv befasst hat, gerät ins Visier der Kriminalpolizei, die den Unfall rasch als Mord einstuft.

Das ist die Ausgangslage für das Krimidebüt von Barbara Wimmer, ihres Zeichens Netzjournalistin und als solche auch mit den Schattenseiten des Internets bestens vertraut. Während dem Leser im Laufe der Geschichte rasch klar wird, dass es tatsächlich Mord war, aber dahinter kein politisches Motiv steht, sondern dass es vielmehr um einen wahren Industriekrieg in der Autobranche steht, werden ihm vor allem diverse Horrorszenarien über gläserne User, Datenmissbrauch und Verschwörungstheorien unter die Nase gerieben. Auf rund 400 Seiten liest man vor allem ein Plädoyer dafür, im Umgang mit dem Internet auf seine Freiheiten und seine Daten aufzupassen. Man erfährt, warum Hacker nicht per se Cyberkriminelle sind, und macht einen Sidestep in den vernetzten Kuhstall des Bruders des verunfallten Finanzministers mit, der ungewollt zum Online-Star wird. Die Haupthandlung des Krimis, in dem auch ein urwienerischer, grummelnder alter Kriminalkommissar seine urigen Auftritte hat, ist durchaus spannend - das fast schon pamphletische Beiwerk an Nebensträngen nebst einer etwas gar aktivistischen Aufdeckerjournalistin kann allerdings etwas ermüdend wirken. Wer der Ansicht ist, er habe nichts zu verbergen und brauche daher keine Angst vor Big Data & Co zu haben, wird das Buch jedenfalls rasch wieder weglegen.

Barbara Wimmer: Tödlicher Crash
Verlag Gmeiner; 
408 Seiten; 14,40 Euro