Das Meerauge in Kärnten ist ein beliebtes Touristenziel. Dieser in der Eiszeit durch einen Gletscher entstandene Teich dient Tatjana Gregoritsch als Schauplatz für einen Kärnten-Krimi mit sehr viel Lokalkolorit. Es geht um eine Journalistin aus Wien, die am Meerauge verschwunden ist. Und weil der in der Bundeshauptstadt lebende Kriminalkommissar Martin Auernig gerade auf Heimaturlaub in Kärnten weilt, wird er prompt als Aushilfe vergattert, kümmert er sich doch immer um "seine" Wiener, wenn ihnen im schönen Kärnten wieder einmal etwas passiert ist. Also wird Auernig der jungen Kollegin Vesna Vaselli an die Seite gestellt, einer Kärntner Slowenin, die gerne so wie er den Sprung nach Wien schaffen will.

Den Triathlon, für den er eigentlich in die Heimat gekommen ist, muss Auernig wegen der neuen Aufgabe geistig abhaken. Stattdessen heißt es für ihn eintauchen in die Tiefen der Kärntner Seele, die mitunter einer Mördergrube gleicht. Umso schöner sind Landschaft und Kulinarik, die Gregoritsch einbaut, während Auernig auch mit der jüngeren Kärntner Geschichte konfrontiert wird. Es ist also weit mehr als bloß ein Landkrimi, den Gregoritsch, ihres Zeichens Autorin zahlreicher Regionsführer und Anthologien, hier geschrieben hat. Es geht auch ein Stück weit um eine historische Aufarbeitung.

Entstanden ist ihr Buch im Rahmen des interregionalen Projekts "Spread the Karavanks" - und somit laut den Projektbestimmungen übrigens nicht frei verkäuflich. Es kann aber gegen eine freie Spende (die Autorin selbst nennt auf Anfrage etwa 15 Euro) im Verlag Hermagoras oder direkt bei Gregoritsch auf www.gregoritsch.net bestellt werden.

Tatjana Gregoritsch: "Verschwunden im Meerauge"
Verlag Hermagoras; 96 Seiten