Am 11. Oktober 2017 starb der in Wien geborene Kinder- und Jugendbuchautor Erwin Moser im Alter von 63 Jahren, schwer gezeichnet von seiner ALS-Erkrankung. Erst jetzt, fast drei Jahre nach seinem Tod, erscheint sein letztes Buch: "Billi, die Baummaus - Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens" ist sozusagen Erwin Mosers Vermächtnis, sein letztes Geschenk an seine Fans, das seinem eigenen Wunsch folgend erst posthum erscheinen durfte. Die Entstehung des Buches, das in kurzen Texten und vielen bunten Bildern durch die vier Jahreszeiten führt, schildert seine Witwe Ruth Moser in einem sehr empathischen Vorwort, das zu Tränen rührt.

Die erste Idee zu den "Billi"-Geschichten hatte Erwin Moser nämlich bereits 1982, damals entstanden die ersten acht Geschichten. Doch erst 2002 sollte daraus eine kleine Serie von Frühling-, Sommer-, Herbst- und Wintergeschichten werden - aus denen aber dann doch nichts wurde, weil die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ihn daran hinderte, die notwendigen Titelbilder zu zeichnen und die Texte fertig zu stellen. Es sollte dann noch Jahre dauern, bis das Ehepaar Moser das Manuskript und die Illustrationen in mühevoller Kleinarbeit (mit viel Geduld und einer Buchstabentabelle) fertiggestellt hatte. Erst nach seinem Tod übergab Ruth Moser es dem Verlag Beltz & Gelberg, der das Buch nun als Quasi-Sammelband herausgegeben hat.

Schon das Titelbild ist ein Klassiker: Billi trägt so unverkennbar Erwin Mosers Handschrift, wie die danach auf den 61 Seiten abgebildeten Charaktere seinen typischen Charme in sich tragen, gemischt mit einer Prise Gewitztheit. Billi lernt verschiedene andere Mäuse kennen und mögen, erlebt kleine Abenteuer und hat manche gute Idee, um sich das Leben als Baummaus zu erleichtern, über die man einfach nur schmunzeln kann. Und die Kürze der Texte, gepaart mit der Übersichtlichkeit der Bilder, macht es auch Erstlesern leicht, das Buch alleine zu erforschen. Wiewohl es natürlich auch die ideale Gutenacht-Vorlese-Lektüre ist - harte Verhandlungen inklusive, denn: "Eine Geschichte geht noch . . ." Vor allem bei den paar Doppelseitern, die ein längeres Abenteuer bilden. Da ist man dem Autor dann richtig dankbar für die Einteilung in vier Jahreszeiten-Kapitel, die man als Haltepunkte nehmen kann.

Es sind 61 Seiten wunderbare Erwin-Moser-Mäusewelt, in der ein kleines Mäusemädchen zeigt, was man mit ein bisschen Mut und Geschick alles schaffen kann. "Eine abenteuerlustige, witzige und liebenswerte Maus", wie Erwin Mosers Witwe sie nennt, "die das Leben liebt, so wie es geliebt hat!"