Nein, Oliver Uschmann und Sylvia Witt haben nicht das Urlaubsjugendbuch zur Corona-Krise geschrieben. "Meer geht nicht" ist schon davor entstanden und handelt von vier Jugendlichen, die einem von ihnen endlich einen Traum erfüllen wollen: Kevin war noch nie am Meer, und Sam, Bine und Sharif wollen das unbedingt ändern. Weil aber ihre Eltern nicht mitmachen, setzen sich die vier kurzerhand über Pfingsten in den Zug Richtung Nordsee - und zwar mit einer Notlüge und ohne Handys, damit man sie nicht orten und heimzerren kann.

Dass das nicht gutgehen wird, kann man sich fast denken. Tatsächlich hat der Zug eine Störung, fallen sie als Anhalter auf ein Räuberpaar herein und übernachten mutterseelenalleine im stockfinsteren Wald. Aber wie es sich für ein richtiges Jugendbuch gehört, geht es erstens gut aus und entdeckt die kleine Gruppe zweitens all die verschiedenen verborgenen Talente ihrer Mitglieder: Sei es, dass die sozial nicht unbedingt kompetente Bine sie durch ihr Techniktalent rettet; dass Sharif endlich seinen Traum vom Stuntman-Dasein ausleben und dabei auch noch etwas Sinnvolles tun kann; oder dass Sams überstarke Sinneswahrnehmungen sie im Wald zurück zum Lagerfeuer führen.

Oliver Uschmann und Sylvia Witt beweisen mit "Meer geht nicht" (das übrigens im Verlag Gulliver in der Rubrik "superlesbar" firmiert und von Kindern für Kinder getestet wurde) einmal mehr, dass man nicht nur privat, sondern auch beruflich als Ehepaar erfolgreich gemeinsame Wege gehen kann.

Oliver Uschmann & Sylvia Witt: Meer geht nicht
Gulliver; 142 Seiten; ab 11 Jahren; 12,30 Euro