Streunerkatzen können durchaus fotogen sein, man kennt das zum Beispiel vom Forum Romanum. Aber so wirklich das Zeug zum Bestseller haben sie dann meistens doch nicht. Anders verhielt es sich beim rotpelzigen Bob mit seinem Markenzeichen-Schal: Es war eine Freundschaft, die Millionen Menschen berührte. Nun ist die Straßenkatze Bob gestorben, wie ihr Besitzer James Bowen mitteilte.

Immer unzertrennlich: James Bowen und Streuner Bob. - © Picasa/Bastei Lübbe
Immer unzertrennlich: James Bowen und Streuner Bob. - © Picasa/Bastei Lübbe

Die außergewöhnliche Geschichte von Bob und James begann 2007, als der ehemalige Obdachlose und Ex-Drogensüchtige James Bowen den roten Streuner auflas, der verlassen und verletzt durch die Straßen Londons lief. Der Straßenmusiker kümmerte sich um das Tier, pflegte es gesund und gab ihm den Namen Bob. Aber nicht nur James hat Bob gerettet, die Hilfe beruhte auf Gegenseitigkeit, denn Bob gab wiederum James einen Grund, jeden Morgen aufzustehen und seine Drogensucht erfolgreich zu bekämpfen. Sie wurden schnell unzertrennlich, und der Kater war immer an James‘ Seite, wenn dieser Musik machte oder Straßenzeitungen verkaufte. Bob habe ihm "Richtung und Sinn" gegeben, so Bowen.

"Licht ist ausgegangen"

Ein Buch über diese ungewöhnliche Freundschaft ("Bob, der Streuner") war zum Bestseller geworden und wurde sogar verfilmt - der Kater durfte sich selbst spielen. Weitere Bücher folgten. Insgesamt wurden acht Millionen Bücher in 40 verschiedenen Sprachen über Bob verkauft. Auch auf roten Teppichen fühlte sich Bob überraschend wohl - auf der Schulter des Herrchens.

Nach Angaben des Verlags Hodder and Stoughton starb der rot-getigerte Kater am Montag. Mit über 14 Jahren hatte er bereits ein stattliches Katzenalter erreicht. "Ich habe das Gefühl, das Licht in meinem Leben ist ausgegangen", wurde Bowen auf der Webseite der Branchenzeitschrift "Bookseller" zitiert. Es habe niemals eine Katze wie Bob gegeben, und es werde auch nie wieder eine solche geben. Der gemeinsame Erfolg sei ihm vorgekommen wie ein Wunder. Mit Signierstunden und Reisen um die Welt habe Bob ein "unglaubliches Leben" geführt, teilte der Verlag mit. (apa/cb)