Zugegeben, wie plausibel ist es, dass ein königlicher Vater wirklich so streng ist und seinen kleinen halbwüchsigen Sohn mutterseelenalleine in einer eigenen Burg schlafen lässt, in die dann ein Drache eindringt? Wobei, fangen nicht genau in dieser Tonart viele Märchen an? Also trifft Jean-Luc Englebert in seinem neuen Buch "Keine Angst, kleiner Prinz!" durchaus den richtigen Ton. Und der Drache, der den kleinen Prinzen heimsucht, ist ja auch eigentlich auch nicht zum Fürchten, so lieb wie das Untier gezeichnet ist.

Vor allem aber erweist sich das Kind als mutig, nachdem es seine erste Angst überwunden hat - während am Ende die Eltern feig dastehen. In zarten Bleistiftzeichnungen und einfachen Sätzen (übersetzt von Alexander Potyka) erzählt der Autor die kurze Geschichte einer wilden Nacht mit einem überraschenden Ende. Und nimmt dabei vielleicht auch so manchem Kind die Angst davor, allein ins Bett zu gehen.

Jean-Luc Englebert: Keine Angst, kleiner Prinz!
Picus; 40 Seiten; ab 5 Jahren; 15 Euro