Für ihren ersten Roman wurde Jessica Andrews mit dem "Portico Prize 2020" ausgezeichnet. - © Seth Hamilton
Für ihren ersten Roman wurde Jessica Andrews mit dem "Portico Prize 2020" ausgezeichnet. - © Seth Hamilton

Vom Großstadtrausch angelockt, jobbte Lucy nach dem Schulabschluss in einer Londoner Bar "hinter dem Tresen und beobachtete die Menschen". Doch zwischen Pop-up-Stores und Abrissbirnen wusste sie "immer weniger, wer ich wirklich sein wollte". Und die Menschen um sie herum bemerkten sie nicht. Ehrgeiz und Geld reichten nicht für London, also packte sie ihre Sachen und siedelte nach dem Tod ihres Großvaters in das geerbte Cottage an der irischen Nordwestküste über.

Die Protagonistin von "Und jetzt bin ich hier", dem Debütroman der Engländerin Jessica Andrews, hält im Laufe der Geschichte immer wieder Zwiesprache mit sich selbst und ihrer Mutter: "Du kennst dich noch nicht, in vieler Hinsicht, weißt noch nicht, dass dein Leben blauschwarz und schwer wie Knautschsamt-Ballen sein wird. All die kaputten Dinge in unserem Leben liegen noch vor uns, schön und unverkennbar", schreibt sie etwa zu Beginn. Andrews hat ein gutes Gespür für Bilder und Tempo. Leider wird der Lesefluss durch die Unterteilung in sehr kurze Kapitel etwas gehemmt.