Matthias Frerk Gradoneg, ein abgehalfterter (um nicht zu sagen: abgefuckter) Inseratenkeiler, dessen einziger verbliebener Stolz sein kurioser Mittelname ist, bekommt mitten in der Nacht eine anonyme SMS, die ihn zum nahen Spielplatz lockt. Als er dort nachtschlafen ankommt, ist da eine Leiche - um die es am nächsten Tag Verwirrung gibt, weil er sie zunächst nicht wiederfindet, als er sich den Tatort noch einmal in Ruhe anschauen möchte, um seine innere Ruhe wiederzufinden. Dafür hat er in der Folge einigen Ärger mit jenen Kieberern, denen er schon in der Nacht über den Weg gelaufen ist. Auch, weil er sich als Pseudo-Ermittler geriert, da er der Polizei die Lösung des Falles nicht zutraut. Warum zum Beispiel wird beharrlich ein eindeutiger Nazi mit seinen zwei Kampfhunden ignoriert? Und wer ist der "Friedhof" - offensichtlich ein Spitzname -, von dem die Polizisten in der Nacht geredet haben? Was hat es mit diesem ominösen Kollegen auf sich?

Dass es natürlich nicht gutgehen kann, wenn sich ein Zivilist - noch dazu einer in einem eher derangierten Zustand - in polizeiliche Ermittlungen einmischt, liegt auf der Hand. Obwohl, gar so unerfolgreich ist Gradoneg gar nicht. Er spürt sogar den "Friedhof" auf, der sich ihm gegenüber als richtig zutraulich erweist. Dazwischen kämpft sich Gradoneg durch die sozialen Untiefen der Nobelgegend, in der er trotz allem noch wohnt, und durch die Wiener Medienlandschaft, die Autor Wilfried Oschischnig ebenso aufs Korn nimmt wie die Wiener Polizei. Da gerät die Mordermittlung fast zur Nebensache vor lauter urigen Typen, Wapplern und unangenehmen Situationen, mit denen sein Anti-Held konfrontiert ist, der sich aber auch gar nichts scheißt. Da sind die familiären Auseinandersetzungen eigentlich nur die Spitze des Eisbergs.

Mag sein, dass einem "Todesschmäh" schon nach wenigen Seiten auf die Nerven geht. Wenn nicht, bleibt man bis zum Ende dran und ergötzt sich an Oschischnigs leicht gekünstelter und dabei sehr derber Sprache und den absurden Bildern, die er damit malt.