Die 14-jährige Quasi kommt aus einem bürgerlichen Haushalt. Sie hadert mit sich, vermisst ihren Bruder und geht statt in die Schule (wo sie gemobbt wird) täglich in den Park. Dort wird sie von einem alten Mann angesprochen: ein schüchterner Vogelliebhaber, der "mit der Selbstvergessenheit und Begeisterung eines Kindes" von Vögeln spricht. Er arbeite schon seit Jahren nicht, sagt er. Sie sehen einander

nun täglich in ihrem Versteck zwischen Büschen und Bäumen, um Vögel zu bestimmen, teilen Knabberzeug und zeigen einander den Inhalt ihrer Rucksäcke. Er bringt ihr Texte von Nina Simones Songs bei und erzählt von seinem Zwangsaufenthalt in der Psychiatrie. In ihrem Tagebuch hält Quasi die Geschichte aber ganz anders fest.

Die Spanierin Sara Mesa erzählt in ihrem kurzen, vierten Roman von einer unguten Freundschaft zwischen Außenseitern. Und davon, wie manche von ihrem sozialen Netz aufgefangen werden - und andere nicht.