Ingo Siegner war in den vergangenen Monaten fleißig. Nicht nur, dass der deutsche Kinderbuchautor und -zeichner schon wieder ein neues Buch mit dem kleinen Drachen Kokosnuss herausgebracht hat ("Kokosnuss erforscht die Römer"), setzt er nun auch seine viel jüngere Reihe um die beiden Rattenkinder Eliot und Isabella fort. Diesmal geht es für die beiden in die Räuberberge.

Eigentlich wollen der schüchterne und leicht ängstliche Rattenjunge und seine verwegene Freundin bloß eine Wanderung machen. Doch schon im Zug zu den Bergen kommen sie einmal mehr dem halbstarken Ratz Bocky Bockwurst und seiner Bande in die Quere - beziehungsweise belauscht Eliot versehentlich die vier in deren Abteil und bekommt so mit, dass sie einen Banküberfall planen. Und zwar mit niemand geringerem als Don Ratzo, einem gemeingefährlichen Oberbanditen. Klar, das muss verhindert werden.

Aber es wäre nicht Ingo Siegner, hätte er nicht ein paar Fallstricke für seine jungen Helden eingebaut. Und würde er sie nicht zuerst in Gefahr begeben, um sie dann sich quasi selbst am eigenen Haarschopf wieder  aus dem Sumpf herausziehen zu lassen. Wobei der Haarschopf in diesem Fall Eliots überdimensionierter Rucksack ist, in den er daheim so viel scheinbar unnützes Zeug hineingepackt hat, dass ihn Isabella ob des Volumens und Gewichts erst fast ein bisschen auslacht, dann aber heilfroh über seine Vorsorglichkeit ist.

Und so geht das spannende Abenteuer in den Räuberbergen (das die kleinen Leser oder Zuhörer auch auf einer Landkarte im Buch mitverfolgen können) am Ende gut aus. Und wir lernen, dass man erstens gut aufpassen sollte, wem man vertraut; dass zweitens Schlauheit über Boshaftigkeit und Gewalt siegen kann; und dass man drittens erst weiß, wer gewonnen und wer verloren hat, wenn die Geschichte ganz zu Ende erzählt ist. Apropos erzählen: Im Hörbuch hört man