Dieser Tage jährt sich der denkwürdige Sommer 2015 mit der Massenflucht nach Österreich und Deutschland und Angela Merkels Sager "Wir schaffen das" zum fünften Mal. Ein Anlass, eines oder alle vier Bücher zur Hand zu nehmen, die Texterin Louise Spilsbury und Zeichnerin Hanane Kai gestaltet haben (deutsche Übersetzung: Jonas Bedford-Strohm). Darin erklären sie kindgerecht und anschaulich, wie Konflikte und Kriege entstehen, wie Menschen zu Flüchtlingen werden, was es bedeutet, in einer Gesellschaft anders zu sein, wie es ist, auf der Flucht zu sein, und was Armut eigentlich bedeutet. So trist wie die Themen sind auch die Illustrationen, was nur angemessen scheint. Und der Zielgruppe im Volksschulalter ist so etwas durchaus schon zumutbar (die vom Verlag angegebenen 5 Jahre sind da vielleicht ein wenig gar jung).

Im quadratischen Hardcover werden die vier Themen Krieg, Ausgrenzung/Integration, Armut und Flucht/Migration, die einander naturgemäß teilweise überschneiden, auf jeweils 32 Seiten intensiv abgehandelt. Die Autorin bringt sie auch immer wieder mit konkreten Beispielen auf den Boden, etwa das Thema Ausgrenzung, das man vielleicht auch schon in der eigenen Schule beobachtet - oder gar selbst erlebt? - hat. Aber es wären keine Kinderbücher, gäbe es nicht, wenn schon kein echtes Happy End, so doch zumindest einen Lichtschein in Form von guten Ratschlägen und auch hilfreichen Websites mit weiterführenden Informationen oder auch konkreten Hilfestellungen. Letzteres richtet sich wohl eher an die älteren Schulkinder, die nicht bloß mit dem Smartphone der Eltern daddeln, sondern schon selbst (oder unter Anleitung der Großen) im Internet recherchieren können. Louise Spilsbury und Hanane Kai verstehen es jedenfalls, ein Problemfeld erst nach und nach aufzubauen und anschaulich zu machen, ehe sie dafür Lösungswege präsentieren. Diese zu gehen, ist freilich dann noch eine ganz andere Geschichte . . .