Roman Klementovic ist fies, und zwar richtig: Er beginnt seinen neuen Thriller mit einem Mord im Jahr 1997 – und einem zweiten mutmaßlichen 22 Jahre später, um dann zwei Tage zurückzuspringen. Und die folgenden 300 Seiten lang lässt er seine Leser zappeln: Wer will da eine ältere Frau in jenem Moor umbringen, in dem 22 Jahre zuvor die damals 18-jährige beste Freundin ihrer Tochter tot aufgefunden wurde? Und während der Autor zwei Tage voller Hinweise, Verdächtigungen und Angstsituationen Revue passieren lässt, bis er zur Eingangsszene zurückkehrt, schießt man sich alle paar Seiten auf einen neuen möglichen Täter ein. Und auch wenn die Auflösung etwas aufgesetzt wirkt, ist der Weg dorthin nervenzerfetzend. An jeder Ecke erwartet man, dass es jetzt aber wirklich passieren wird.

Eine große Rolle spielt bei der Aufrollung des alten Falles die Alzheimer-Demenz eines Familienvaters – ein Thema, das Klementovic schon als Zivildiener beschäftigt hat. Und quasi im Vorbeigehen nimmt er auch noch die Problematik von ländlicher Strukturschwäche und Landflucht mit.

Roman Klementovic: Wenn das Licht gefriert
Gmeiner; 349 Seiten; 16,50 Euro