Wenn man bei einem musikverrückten Vater und einem technikaffinen Großvater aufwächst, dann kann einem schon manch Merkwürdiges passieren. Und so kommt Kalle eines Tages drauf, dass Opas Kater Kralle sprechen kann. Also genau genommen trägt er ein Gadget um den Hals, das sein Katzenmiauen in Menschensprache übersetzt. Dass man mit einem sprechenden Kater allerlei Abenteuer erlebt, liegt natürlich auf der Hand.

Und so legt sich Kalle zum Auftakt von Christoph Mauz' neuer Serie einerseits mit dem Schulschreck Zorro und dessen Gang an und schleicht sich andererseits ins Haus der Nachbarin ein, weil die beiden sie verdächtigen, einen Drohbrief geschrieben zu haben, nachdem Kralle in die Rosenbeete der Umgebung gekackt hat. (Apropos "gekackt": Autor Christoph Mauz hält sich nicht unbedingt zurück, was kindgerechte Vulgärsprache betrifft, was für die Kleinen natürlich das Lesevergnügen erhöht - es bleibt aber in einem gewissen, pädagogisch vertretbaren Rahmen.)

Wenn man bei der Nachbarin einbricht und es sich bei dieser um einen Vampir handelt, dann kann das natürlich nicht gutgehen. Oder doch? Nun, es wird zwar aufregend und spannend, aber am Ende ist manches nicht so, wie es zunächst den Anschein hatte. Nur Zorro und seine Gang sind wirklich böse - aber mit denen wird Kalle auch noch fertig - nicht zuletzt mit Hilfe der Nachbarin. Und natürlich auch dank seines technisch aufgemotzten Katers und seiner Freunde aus der Schule. Das ist - neben Vorurteilen - ein weiteres Thema, um das sich Christoph Mauz' Geschichte dreht: Freundschaft. Abgesehen davon ist Kater Kralle wirklich lustig.

Christoph Mauz: Kalle & Kralle - Ein Kater gibt Gas
Ravensburger; 216 Seiten; ab 7 Jahren; 10,30 Euro