In seinem kleinen Dorf ist Noé der Einzige, der nicht nur die Töne der Menschen in seiner Umgebung wahrnimmt, sondern er hört auch noch andere Klänge - nämlich welche aus der Vergangenheit. Aber das wird Noé erst viel später erfahren, nachdem ihn ein Tonhändler in die Lehre genommen hat und er mit ihm aus seinem Dorf herauskommt und auf Reisen geht. Dabei lernt er auch den mürrischen älteren Mann besser kennen und bekommt irgendwann dessen Geheimnis gelüftet: Seine Tochter wurde nämlich das Opfer von Piraten, die ihr offenbar ihren Klang raubten.

Gemeinsam mit seinem tierischen (?) Begleiter Farouk, einem gefiederten Wesen mit Flügeln, bricht Noé zu einer Rettungsmission auf. Mit von der Partie ist auch seine Kindheitsfreundin Minu, die Tochter des Dorfwirts, bei dem der Waisenjunge lebte, die er bei seinem Aufbruch mit dem Händler zurücklassen musste. Auch sie hat eine besondere Begabung, die mit den Tönen und Klängen zusammenhängt.

Es wird ein gefährliches Abenteuer, für das die Altersgrenze allerdings weniger wegen der Handlung höher anzusetzen ist, sondern vor allem aufgrund der Tatsache, das es schon eine ordentliche Portion philosophisches Verständnis und Offenheit für Fantasie braucht, um der Autorin Verena Petrasch folgen zu können, die in "Der Händler der Töne" eine komplexe Fantasy-Welt entwirft. Das freilich mit Akribie und Liebe zum Detail.