Fanny, die eigentlich Francesca Fransson heißt, freut sich schon auf die kommenden Stunden. Da tritt sie nämlich wieder gegen ihre Mama in sechs Disziplinen an, von denen jede jeweils drei aussucht: von Balancieren über Stillsein bis Turmbauen. Und Oma ist Schiedsrichter - allerdings kein ganz neutraler, denn ein bisschen hilft sie ihrer Enkelin schon, sodass Fanny am Schluss gewinnt. Aber: Wer verliert, darf nicht beleidigt sein. Denn Verlieren gehört zum Spielen dazu. Und beim nächsten Mal hat man vielleicht mehr Glück. Das ist die Lehre, die man aus Sara Ohlssons (Text) und Jutta Bauers (Bilder) Buch "Fanny ist die Beste" ziehen kann.

Ohlsson schildert in klarer Sprache den kleinen, im Grunde harmlosen Wettkampf zwischen Mutter und Tochter, der mit der gebotenen Ernsthaftigkeit vonstatten geht. Schließlich geht es um eine Medaille, die Fanny am Schluss bekommt. Und weil Mama verloren hat, gibt es auch keine große Heulerei nachher. Wobei, wer weiß, vielleicht wäre ja Fanny auch eine gute Verliererin? Hier kann das kleine Publikum selbstreflexiv tätig werden und sein eigenes Verhältnis zum Thema Gewinnen/Verlieren erkunden. Untermalt wird das ganze von lustigen Strichzeichnungen Bauers, die auch viele Gefühle im familiären Dreieck Oma-Mama-Fanny gut transportieren.

Sara Ohlsson & Jutta Bauer: Fanny ist die Beste
Moritz Verlag; 106 Seiten; ab 6 Jahren; 11,30 Euro