Wenn in Kinderbüchern Magie in der realen Welt in Erscheinung tritt, dann ist meistens auch ein nicht ganz konformes Familienverhältnis mit dabei. So auch in Usch Luhns neuem Buch "Lillys magische Schuhe - Die geheime Werkstatt". In diesem Fall sind die Eltern der einen Protagonistin (Lilly) verschollen, und sie wohnt bei ihrem Onkel, der in seiner geheimen Werkstatt in einem eigentlich leerstehenden Haus Schuhe anfertigt, die wahre Wunder wirken. Oder zumindest passen sie so gut zur Trägerin, dass man sich darin nur wohlfühlen und Glück haben kann. In diesem Fall ist das Florentine, die zwar mit beiden Eltern zusammenlebt, aber wegen beruflicher und finanzieller Probleme musste ihre Familie bei ihrer Großtante unterkommen, und zwar just im Haus gegenüber von Lilly.

Rasch freunden sich die beiden Mädchen an, auch weil Florentine sich in ihrer neuen Schule nicht wohlfühlt (und Lilly daheim unterrichtet wird). Mit von der Partie sind noch ein vorwitziger kleiner Drache und eine weise, alte Schildkröte. Doch dann taucht eine verdächtige Frau mit ihrer Spionagekugel auf, und für Lilly und ihren Onkel heißt es vorerst Abschied nehmen. Denn erstens werden sie von der Frau offenbar verfolgt, und zweitens gilt es ja immer noch Lillys Eltern zu finden. Bis dahin muss aber noch Florentine ihre neuen, magischen Schuhe bekommen und sich im Fußballteam der Schule etablieren, nachdem sie dort zunächst im wahrsten Sinn des Wortes auf die Schnauze gefallen ist.

Man ahnt schon, dass man nach 202 Seiten noch nicht am Ende angelangt ist. Und tatsächlich ist "Die geheime Werkstatt" erst der Auftakt zu einer Serie, die noch viel erzählerisches Potenzial bereithält. Usch Luhn erzählt jedenfalls eine wunderbar magische Geschichte über die Freundschaft zweier Mädchen und darüber, dass man nicht gleich aufgeben soll, wenn es einmal nicht so läuft wie erhofft.

Usch Luhn & Alica Räth:
Lillys magische Schuhe - Die geheime Werkstatt
Ravensburger; 202 Seiten; ab 8 Jahren; 10,30 Euro