Karlas Opa ist gestorben, was die Enkelin in tiefe Trauer stürzt. Vor allem, weil das Kind Papas Satz, dass Opa jetzt "für immer" fort sei, nicht so ganz versteht. Doch da taucht plötzlich ein fremder Hund auf, der Karla irgendwie an Opa erinnert. Nein, geschickt hat ihn keiner, er ist auch keine Reinkarnation des Großvaters und gehört in Wahrheit einer alten Frau, die ihn schon vermisst hat. Aber das Tier mit dem flauschigen Fell, dem heimeligen Hundegeruch und der feuchten Schnauze schafft es, Karla ein bisschen über ihren großen Verlust hinwegzutrösten. Und, wie ihre Mutter sagt, ihren Opa im Herzen zu bewahren - auch als der Hund wieder fort ist.

Beim Thema Kinder und Trauer gilt es die kleinen Leser dort abzuholen, wo sie sind - und ihnen vor allem nicht irgendeinen Blödsinn einzureden. Bei Anna Lott braucht man sich diesbezüglich allerdings keine Sorgen zu machen. Die Autorin hat sich für ihr neues Buch sichtlich gut vorbereitet und auch schon einschlägige Erfahrungen in Bezug auf Kinderbücher über Trauer und Verlust. Und zusätzlich zum Buch gibt es auch noch entsprechendes zusätzliches Lernmaterial, das für den Einsatz im Klassenzimmer zur Verfügung gestellt wird. Was Anja Grotes Bilder betrifft, so sind die einfach schön. Schön groß, schön bunt, schön heimelig. Sie fängt in ihren Illustrationen das flauschige Kuschelgefühl Karlas angesichts des großen, treuherzigen Hundes wunderbar ein.

Anna Lott & Anja Grote: Opa und der fliegende Hund
Arena; 32 Seiten; ab 5 Jahren; 13,40 Euro