Den Hasen hat man fast sofort gefunden, und auch das Pferd und das Ferkel sind noch keine große Herausforderung. Doch mit jeder Seite wird es ein bisschen kniffliger in Markus Spangs neuem Suchbilderbuch "Schau mal hier! Welches Tier?", das schon auf dem Cover ein Tiersuchbild bereithält. Und das auch schon auf dem Cover verrät, nach welchem Schema es drinnen im Buch dann Tiere zu suchen gilt. Irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man tatsächlich lang braucht - oder überhaupt scheitert. So gut ist manches Tier in den Zeichnungen versteckt. Und dann kommt eine völlig unbedarfte Person daher, sieht die Seite aus einer anderen Richtung (wortwörtlich) - und plötzlich ist das Vieh da, das man so lange vergeblich zu orten versucht hat.

Markus Spang hat sich wirklich große Mühe gegeben und ein anspruchsvolles Suchbilderbuch für Kleine, aber auch für Große geschaffen. Hier ist keiner im Vorteil, nicht einmal Jahrzehnte Erfahrungsvorsprung helfen da - höchstens Fantasie. Und die haben ja bekanntlich die Kinder eher mehr als die Erwachsenen. Einzig zu klein sollten sie nicht sein, aber das nicht wegen der Entdeckerfähigkeiten, sondern wegen er Frustrationstoleranz für den Fall, dass sie eines der zwölf Tiere nicht finden. Das Gemeine dabei: Eine Auflösung liefert der Autor nicht mit. Wer also das Dutzend voll bekommen will, muss im Zweifel die übrige Familie beim Suchen einspannen. Da können sich dann alle an der kurzweiligen Herausforderung und den lustigen Bildern delektieren. Auch so kann man die Zeit im Lockdown nutzen.

Markus Spang: Schau mal hier! Welches Tier?
cbj; 32 Seiten; ab 4 Jahren; 14,40 Euro