Charlotte Link ist nicht umsonst eine der erfolgreichsten deutschen Krimiautorinnen. Warum das so ist, belegt ihr neuer Roman "Ohne Schuld", der wieder einmal in England spielt. Eine verkannte, sehr zurückhaltende Ermittlerin wechselt die Abteilung und folgt dem Ruf des einzigen Kollegen, der sie bisher anerkannt hat. Doch der wird just vor ihrem Eintreffen wegen seiner Alkoholsucht suspendiert.

Und als wäre das nicht genug, wird die Neue auch noch bei der Anreise Zeugin eines Überfalls auf eine Frau und auch noch mit hineingezogen und angeschossen. Nach ihrer Ankunft stellt sie fest, dass erstens der Fall mit mindestens einem zweiten Angriff auf eine dem Opfer völlig fremde Frau zusammenhängen muss (und es folgt auch noch das Verschwinden einer dritten, wiederum scheinbar völlig zusammenhanglos), und dass zweitens der neue Chef ihrer Abteilung heillos überfordert ist.

Während der Leser sich allmählich anhand von Einschüben zumindest einen Teil zusammenreimen kann, tappen die Ermittler zunächst völlig im Dunkeln und verzweifeln schier, bis es zum unverhofften Durchbruch kommt - freilich in eine Richtung, die so auch niemand von ihnen wollte. Es folgt ein wildes Katz-und-Maus-Spiel, wie es nur Charlotte Link beherrscht. Ohne Rücksicht auf Leib und Leben der Beteiligten.

Charlotte Link: Ohne Schuld
Blanvalet; 544 Seiten; 24,70 Euro