Der britische Booker-Literaturpreis geht in diesem Jahr an den gebürtigen Schotten Douglas Stuart für seinen Roman "Shuggie Bain". Der Roman basiert auf der Kindheit des Autors und spielt in den 1980er Jahren in Glasgow. Douglas erzählt darin die Geschichte eines Jungen, der eine verarmte, alkoholabhängige Mutter hat.

Der Roman sei "gewagt, erschreckend und lebensverändernd", sagte die Jury-Vorsitzende Margaret Busby am späten Donnerstagabend bei der Online-Zeremonie in London. Nach der Bekanntgabe betonte Stuart, der seit dem Jahr 2000 in den Vereinigten Staaten lebt: "Meine Mutter ist in jeder Seite dieses Buches und ohne sie wären ich und das Buch nicht hier." "Shuggie Bain" ist Stuarts erster Roman.

Diverse Shortlist

Der Booker-Literaturpreis ist mit 50.000 Pfund (knapp 56.000 Euro) dotiert. Ausgezeichnet werden Autoren, die auf Englisch schreiben und deren Werke in Großbritannien erscheinen.

In diesem Jahr gehörten zu den sechs Autoren in der engeren Auswahl gleich vier junge Frauen. Die britische Zeitung "The Guardian" hatte die Shortlist als so divers wie noch nie zuvor bezeichnet, da vier der Nominierten Schwarze sind. Mehrere von ihnen stammen aus den USA, haben aber sehr verschiedene Wurzeln.

Lange Zeit hieß die Auszeichnung "Man Booker Prize". Im Januar 2019 gab das Investment-Unternehmen Man Group jedoch seinen Rückzug als Sponsor bekannt. Der Preis wird seit 1969 vergeben und war bis 2013 Autoren aus dem britischen Commonwealth und Irland vorbehalten, deren Romane in Großbritannien veröffentlicht wurden. Seit 2014 sind auch Autoren aus anderen englischsprachigen Ländern zugelassen. (apa)