Ferien bei Oma im Keller sind echt miese Aussichten (wir erinnern uns: In "Gregs Tagebuch 14" hat ein Whirlpool das Hausdach der Heffleys zerstört, weshalb sie nun fremdschlafen) - aber einmal ehrlich: Ist die Alternative, stattdessen das alte Wohnmobil des Onkels zu nutzen und mit der Familie geldsparenden Campingurlaub zu machen, wirklich so viel attraktiver? Nicht wirklich, findet Greg - und der Verlauf der folgenden Urlaubsreise im Minihaus auf vier Rädern wird ihm rechtgeben.

Autor und Zeichner Jeff Kinney lässt zum halbrunden Jubiläum in "Gregs Tagebuch 15 – Halt mal die Luft an!" kaum eine Chance ungenutzt, seinem jungen Protagonisten das Leben schwerzumachen. Ob Duschen am Campingplatz, Wegdriften im Fluss oder die Begegnung mit einem Bären und einem Stinktier - für Greg werden die gemeinsamen Sommerferien mit der Familie nicht wirklich erholsam. Und daran sind diesmal gar nicht so sehr seine Brüder Rodrick (nervt) und Manni (zu klein für alles, was Spaß macht und damit der übrigen Familie verwehrt bleibt) schuld, sondern vor allem die äußeren Umstände und die Abwesenheit seines besten Freundes Rupert, der zur selben Zeit in Paris weilt und darob von Greg beneidet wird.

Jeff Kinney verpackt in seinen Comic-Roman für Jugendliche (den aber auch schon Volksschüler gerne lesen) neben irrwitzigen Anekdoten und Bildern auch manches an Gesellschaftskritik: Zum Beispiel kommen diesmal auch die sogenannten Sozialen Netzwerke vor. Das setzt er allerdings sehr dosiert und unaufdringlich ein. In erster Linie hat man bei ihm als Leser einfach das Gefühl, dass man eine absurde, aber irgendwie doch lebensnahe Jugendgeschichte serviert bekommt. Bleibt die Frage, ob das in Band 15 ausgesparte Coronavirus im nächsten Buch doch noch zu Ehren kommen wird. Es steht allerdings zu vermuten, dass Jeff Kinney diese Ungemacht seinen jungen Lesern und vor allem seinem Protagonisten ersparen wird. Schließlich hat Greg so schon genug zu leiden - und wir umso mehr zu lachen.