Der französische Schriftsteller Hervé Le Tellier wurde am Montag für sein Buch "L'anomalie" mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet.

Der 63-jährige Mathematiker und Journalist Tellier setzt sich in seinem achten Roman mit dem seltsamen Ereignis auseinander, dass sich ein Flug von Paris nach New York mit denselben Personen wiederholt. Der Roman mischt Elemente von Genreliteratur und klassischer Erzählung.

"Man erwartet nie, dass man einen Prix Goncourt bekommt", sagte Tellier. "Zuerst schreibt man nicht, um ihn zu bekommen, und dann kann man sich nicht vorstellen, ihn zu haben."

Tellier setzte sich dabei in der Endauswahl gegen die anderen Finalisten ("Les impatientes" von Djaïli Amadou Amal, "L'historiographe du Royaume" von Maël Renouard und "Thésée, sa vie nouvelle" von Camille de Toledo) durch und darf sich über den wichtigsten französischen Literaturpreis freuen.

Der Roman

Der Roman "L'anomalie" erzählt von einer Reise mit einem Flugzeug, das  "im Sommer 2021 im Abstand von drei Wochen mit denselben Insassen von Paris nach New York fliegt. Dadurch kommt es zu Doppelgängern und es entwickelt sich eine Fülle an unterhaltsamen, individuellen Geschichte um Fragen nach beispielsweise Überwachung, Simulation oder Realität."

Verschiebungen

Aus Protest gegen die coronabedingte Schließung der Buchläden Ende Oktober hatte die Akademie die ursprünglich für den 10. November vorgesehene Preisvergabe annulliert. Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle sind in Frankreich nicht systemrelevante Geschäfte und Wirtschaftszweige seit dem 30. Oktober geschlossen, darunter auch Buchhandlungen, was zu Protestaufrufen mehrerer Verleger- und Buchhändlergewerkschaften geführt hat. Die strikten Maßnahmen sollen bis zum 1. Dezember gelten.

Der Prix Goncourt wird seit 1903 vergeben. Er ist zwar nur mit symbolischen 10 Euro dotiert, kurbelt vor allem aber die Verkaufszahlen an.