Der mosambikanische Schriftsteller Mia Couto wird für seine Trilogie "Les Sables de l'empereur" mit dem Jan-Michalski-Literaturpreis 2020 geehrt. Die jährliche vergebene Auszeichnung ist mit 50.000 Franken (46.377,89 Euro) dotiert. "Les Sables de l'empereur" (auf Deutsch ist das erste Buch "Imani" bereits erschienen, "Asche und Sand" folgt im März 2021) entführt den Leser ans Ende des 19. Jahrhunderts, als in Mosambik Kriege zwischen Clans und Siedlern wüteten.

Die zentralen Figuren in dem Roman sind der portugiesische Exil-Soldat Germano und seine Dolmetscherin und Geliebte Imani. Daneben kommen reale historische Persönlichkeiten wie der afrikanische Kaiser Ngungunyane und der "Friedensstifter Mosambiks", Mouzinho de Albuquerque, vor.

Wie die Michalski-Stiftung am Mittwoch mitteilte, beurteile die Jury die Trilogie als ein historisches Fresko wie auch als eine "bezaubernde" Geschichte und ein "kraftvolles" Porträt einer Frau. Es sei eine Geschichte von Liebe und Menschlichkeit. Mia Couto vermische Welten und hinterfrage Überzeugungen, hieß es weiter.

Der Autor und Biologe Mia Couto wurde 1955 in Mosambik als Sohn portugiesischer Eltern geboren. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium schloss er sich der Befreiungsbewegung und späteren politischen Partei FRELIMO (Frente de Libertação de Moçambique) an. Anschließend wurde er Journalist, bevor er parallel eine Karriere als Schriftsteller sowie Biologe und Spezialist für Küstengebiete verfolgte.

Mia Couto hat 15 Romane sowie Kurzgeschichten, Erzählungen, Gedichtsammlungen und Chroniken geschrieben. Sein literarisches Werk ist in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Couto gilt als einer der wichtigsten afrikanischen Schriftsteller und als einer der einflussreichsten portugiesischen Stimmen, so die Stiftung.

Der Michalski-Preis wird seit 2010 jährlich verliehen und zeichnet ein Werk der Weltliteratur aus. Letztes Jahr ging er an die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev, 2018 an Olga Tokarczuk, die im Oktober 2019 den Nobelpreis für Literatur erhielt.

Johny Pitts erhält Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung

Der britische Essayist und Fotograf Johny Pitts erhält den mit 20.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2021. Er werde für sein Buch "Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa" ausgezeichnet, teilte die Stadt Leipzig mit.

Pitts' nachdenkliches Buch mit Reportagen und Essays sei eine Suche nach der postkolonialen Identität, die auch ihn selbst als Sohn einer weißen Arbeiterin aus Sheffield und eines schwarzen Soul-Sängers aus New York umtreibe. Er reise in eine "schwarze Diaspora" in Europa, deren harte Realität meist unbemerkt bleibe, begründete die Jury die Auswahl.

Der Preis soll zur Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 26. Mai 2021 vergeben werden. Coronabedingt wurde die Messe kommendes Jahr vom März in den Mai verschoben. Die Auszeichnung wird seit 1994 verliehen. Das Preiskuratorium bilden der Freistaat Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Leipziger Messe.(apa/dpa/sda)