Der Schriftsteller und Dichter Ludwig Fels ist am 11. Jänner im Alter von 74 Jahren in Wien gestorben. Fels verfasste sowohl Lyrik als auch Prosa sowie Theaterstücke und Hörspiele.

Fels wurde am 27. November 1946 in Treuchtlingen (Mittelfranken) geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Eine Malerlehre brach er ab und schlug sich einige Jahre als Hilfsarbeiter durch. Über den "Werkkreis Literatur der Arbeitswelt" fand er zum literarischen Schreiben. 1973 wagte er den Sprung, als freier Schriftsteller zu leben. 1983 übersiedelte Fels nach Wien, wo er seither lebte.

Fels veröffentlichte im Jahr 1973 seinen ersten Gedichtband "Anläufe", der von der Kritik gut aufgenommen wurde. Fels ließ nun Erzählungen und weitere Gedichte folgen. "Die Sünden der Armut", 1975 erschienen, war sein erster Roman. Er machte auf den Autor nachhaltig aufmerksam.

Alle Bücher von Fels basieren auf einer verdichteten und oft aggressiv gesteigerten Alltagssprache, die bildkräftig und unmittelbar ist. Seine Protagonisten bewegen sich am Rand der Gesellschaft, sie sind Täter oder Opfer eines verrohten Milieus, in dem Gewalt, Alkoholismus und brutale Sexualität zum Alltag gehören. Liebe ist eine oft nur vage Möglichkeit einer Flucht aus der Tristesse. Vorbilder für Fels sind dabei die US-Autoren Charles Bukowski und Henry Miller.

Den autobiografisch gefärbten Roman "Der Himmel war eine große Gegenwart" (1990) baut Fels im Spannungsfeld von Krankheit, Trauer und Gewalt auf: Der Protagonist, ein Bub, muss von seiner krebskranken Mutter Abschied nehmen, die Gewalt weicht schließlich der Trauer.

Suche nach Glück

In Fels' späteren Romane, etwa "Reise zum Mittelpunkt des Herzens" (2006), "Die Parks von Palilula" (2009) und der Lyrikband "Egal wo das Ende der Welt liegt" (2010), wird Gewalt weniger explizit geschildert, sie ist oft nur der Hintergrund für ironisch gefärbte Geschichten und Gedichte. Im Roman "Mondbeben"(2020)  kämpft ein Paar um einen Traum von einem geradezu kitschigen gemeinsamen Leben, muss aber feststellen, dass alles seinen Preis hat und dass nicht jeder Traum es wert ist, ihn in der Realität umzusetzen. Das Buch stand auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis.

Auch in seinen Theaterstücken, etwa "Lämmermann" oder "Die Hochzeit von Sarajewo", setzte Fels diesen Wechsel der Stilebenen und den Kontrast von Poesie und Alltagsrealität als dramaturgisches Mittel ein. "Soliman" über den Schwarzafrikaner, der im 18. Jahrhundert an den Wiener Kaiserhof kommt und nach seinem gewaltsamen Tod für das Naturalienkabinett ausgestopft wird, wurde unter anderem am Wiener Volkstheater erfolgreich gezeigt: Fels unternimmt darin den Versuch, den gegenwärtigen Umgang mit Ausländern durch die historische Parabel zu beleuchten.