Alle Happaflapps sind von ihrem hohen Berg weggeflogen in den Osten, wo sie überwintern. Nur ein kleiner ist daheim geblieben, weil er noch nicht so gut fliegen kann. Und weil es alleine einsam ist, macht er sich auf, um einen Freund zu finden. Denn mit einem Freund an der Seite, so heißt es, geht einem das Herz auf, und man wird leichter - und vielleicht kann er dann ja auch fliegen.

Und so verlässt der kleine Happaflapp, der zu diesem Zeitpunkt noch namenlos ist, in Michael Englers neuem Kinderbuch seinen heimatlichen Felsen und zieht durch den diesen umgebenden Wald auf der Suche nach einem Freund. Dabei trifft er Bär, Füchsin, Dachs und viele andere Tiere, darunter auch witzige Fabelwesen, von kleinen Professohren bis zum riesigen Lachdrachen. Sie alle helfen ihm dabei, einen Freund zu suchen - und erweisen sich dabei zum Teil als gute Freunde, wissen aber ironischerweise nicht, was das ist: ein Freund. Und so dauert es sehr lange, bis Flapp, wie ihn seine Freunde inzwischen nennen, endlich draufkommt, dass er eben diese bereits längst gefunden hat. Zum Glück, möchte man meinen, denn so kommen wir in den Genuss einer unterhaltsamen und sehr liebenswert geschriebenen und gezeichneten Geschichte. Barbara Scholz hat die Bilder beigesteuert, und die darauf abgebildeten Figuren kann man einfach nur liebhaben, selbst (oder besser: gerade) den riesigen Lachdrachen, der am Ende ebenfalls endlich einen Freund findet, und zwar einen Stachelbären.

Ja, das Buch ist auch voller Wortspiele, die beim Vorlesen so richtig zur Geltung kommen. Und für alle, denen das Ende dann etwas zu abrupt kommt, hier die gute Nachricht: "Der Happaflapp reist in den Müthenwald" ist erst Band eins und somit der Auftakt zu einer ganzen Serie. Bleibt zu hoffen, dass Lieberbieber, Röhrenkrabbler und Co. auch in den weiteren Bänden ulkige Auftritte haben werden.

Michael Engler & Barbara Scholz:
Der Happaflapp reist in den Müthenwald
Baumhaus Verlag; 128 Seiten; ab 4 Jahren; 14,40 Euro