Es ist keine wahre Geschichte, aber die handelnden Personen existieren tatsächlich: Petra Eimer, Illustratorin zahlreicher Kinderbücher, hat nun auch selbst eines geschrieben, in dem ihre eigene Familie vorkommt. Die beiden Dreh- und Angelpunkte sind ihr Sohn Paul und das Pferd Juli, das so heißt, weil es im Juli zur Familie dazugestoßen ist. Sehr zum Ärger von Paul, der sich eigentlich einen Hund gewünscht hat.

Ob der echte Paul die echte Juli tatsächlich um jeden Preis loswerden wollte, ist nicht überliefert. Der fiktive Paul im Buch jedenfalls ist alles andere als begeistert von dem Pferd, das da plötzlich im Garten steht, und beschließt: Juli muss weg. Aber er hat die Rechnung nicht mit seinem besten Freund Max, seiner Nachbarin Anna (in die er verknallt ist, auch wenn er das nicht einmal vor sich selbst zugeben würde) und natürlich seinen Eltern gemacht. Und schon gar nicht mit Juli.

Und so kommt's, wie's kommen muss: Während Paul verzweifelt versucht, das Vieh, das ungeniert den Garten seiner Eltern verwüstet und dafür auch noch gehätschelt statt geschimpft wird, an den Mann oder die Frau zu bringen, gehen sämtliche Schüsse nach hinten los. Vor allem, weil außer Paul niemand versteht, was er denn gegen das Tier hat, das es insbesondere den Mädchen angetan hat, aber auch seinen Freunden im Fußballteam (auch wenn Juli den Rasen abgrast). Einhelliger Tenor: Wie kann man bloß so ein niedliches Pferd nicht mögen?!

Tja, und so geht das über mehr als 150 Seiten voller Gags, bis am Ende Paul Juli tatsächlich fast loswird - und ihm auf einmal bewusst wird, was er an ihr hat. Das ist dann auch die Moral der sehr lustigen Geschichte, die natürlich am Ende für alle Beteiligten gut ausgeht. Und die zu Weihnachten offenbar eine Fortsetzung finden dürfte. Ein Pferd, Lametta und Christbaumkugeln - man kann sich schon vorstellen, was da so alles passieren könnte . . .