Er gilt - völlig zu Recht übrigens - als einer der profiliertesten Journalisten und prononciertesten Konservativ-Liberalen des Landes: der frühere "Wiener Zeitung"- und "Presse"-Chefredakteur Andreas Unterberger. Heute betreibt er einen erfolgreichen politischen Blog (andreas-unterberger.at/das-tagebuch.at). Daraus stammen die Beiträge seines jüngsten Buches: "Das war 2020". Der Autor bezeichnet es als "historisches Jahr".

Die Auswahl der Themen ist breit, um Redundanzen zu vermeiden. Aber Unterberger fasst heiße Eisen wie Lockdown, Freiheit oder Migration an - und zwar ohne zeitgeistige Scheuklappen. Das macht das Buch für Menschen, die mit ihrer Meinung gerne zur Mehrheit gehören, zugegebenermaßen zur schwer verdaulichen Kost. Unvoreingenommene Leser werden hingegen mit dem chronologisch geordneten Jahresrückblick voll auf ihre Rechnung kommen.

Man merkt, dass es der frühere Printmedien-Mann genießt, einmal nicht genau "auf Zeile" schreiben zu müssen, sondern so richtig ausführlich werden zu können. Es wäre nicht Unterberger, wenn nicht jeder Beitrag profund durchargumentiert wäre. Daher: Unverzichtbar für jeden politisch Interessierten, auch wenn er nicht immer die Meinung des Autors teilt.(kron)