Die Ausgangslage in Joe Fischlers neuem Tirol-Krimi ist etwas platt: Kriminalist Arno Bussi, in Wien aus persönlichen Gründen (er ist dem Innenminister privat in die Quere gekommen) in die Statistik-Abteilung verbannt, macht der Mama zuliebe Urlaub in seinem Heimatbundesland, genauer gesagt in Maria Schnee. Dort gibt es zwar seit Ewigkeiten keinen Schnee, aber ein Eisfestival. Motto: Kitsch as Kitsch can.

Der gute Arno, der eigentlich daheim in Wien für seinen ersten Triathlon trainieren wollte, fühlt sich inmitten dieses Schickimicki-Eisfestivals total fehl am Platz, und zu allem Überfluss spinnt seine Mama auch noch eine Raubersg'schicht' zusammen von wegen die lokale Eisprinzessin hatte einen nächtlichen Streit und ist verschwunden. Doch am nächsten Tag taucht nicht nur die Eisprinzessin wieder auf, sondern auch eine Leiche – und zwar ihre Leiche, und Arno gerät mitten hinein in die Täterjagd. Dabei kommt er zwangsläufig dem örtlichen Polizisten in die Quere, der die private Einmischung eines Ermittlers aus dem Bundeskriminalamt (Arno ist ja auf Urlaub) natürlich als persönlichen Affront sieht - aber kuschen muss, weil gleichzeitig aus Innsbruck eine Arno aus zwei früheren Tirol-Fällen gut bekannte Chefermittlerin auftaucht, die den Wahl-Wiener prompt in den Fall einbezieht, rein informell versteht sich.

Und dann geht es Schlag auf Schlag, wobei auch Arno selbst sich in Gefahr begibt. Und am Ende ist alles ganz anders, als er gedacht hat - und als es sich auch der Leser gedacht haben mag. Die ersten Kapitel gestalten sich allerdings ein bisschen zäh, weil Autor Joe Fischler eine Weile braucht, bis er den richtigen Move für sein Schneeabenteuer gefunden hat. Dann wird es allerdings richtig resch, und je tiefer Arno im nun doch plötzlich in Maria Schnee gefallenen Tiefschnee versinkt, desto mehr Spaß hat man als Leser.