In einem Salzburger Kleingartenverein kocht die Stimmung förmlich über angesichts der drohenden Verbauung durch ein Wohnhausprojekt. Einer der Bewohner beobachtet das Ganze aus räumlicher Nähe bei emotionaler Distanz. Parallel dazu schreibt in München ein leitender Journalist eines großen Medienhauses am Nachruf für seinen Chefredakteur, dessen Tod ihm nicht ganz koscher ist. Was die beiden miteinander zu tun haben? Nun, das zeigt sich erst recht spät.

Bis dahin ist Christoph Lindenmeyers Roman "Teufelsgasse" (diese liegt im Buch im Kleingartenverein) vor allem eine recht nüchterne Betrachtung des Lebens im Kleingarten und des Alltags in den Massenmedien. In drei Ebenen kommen der Kleingärtner und die beiden Massenmedienmenschen (der eine in der Gegenwart, der andere im Rückblick) zu Wort und betrachten ihr je eigenes Leben innerhalb des jeweiligen gesellschaftlichen Biotops mit seinen Rahmenbedingungen - um nicht zu sagen: Zwängen -, was nicht ohne einen gewissen Zynismus vonstatten geht.  

Christoph Lindenmeyer: Teufelsgasse
Verlag Anton Pustet; 316 Seiten; 22 Euro