Das architektonische Markenzeichen von Capitol Records - ein Bürogebäude, das aussieht wie ein Stapel Schallplatten. - © Capitol Photo Archives
Das architektonische Markenzeichen von Capitol Records - ein Bürogebäude, das aussieht wie ein Stapel Schallplatten. - © Capitol Photo Archives

Als sich am 7. Februar 1942 der Songwriter Johnny Mercer, der Filmproduzent Buddy DeSylva und Glenn Wallichs, der Besitzer von "Music City", damals der größte Schallplattenladen in Los Angeles, in einem schicken Restaurant zum Mittagessen trafen, war das der Beginn einer epischen Geschichte. Die drei beschlossen, Capitol Records zu gründen, das erste Musiklabel an der Westküste, denn das Musikbusiness war bislang fest in New York verankert. Die drei richteten ein Büro über Wallichs Geschäft ein und nahmen im Mai desselben Jahres den Betrieb auf. Mercers Songs kamen nun im eigenen Label heraus, versüßt wurden die ersten Erfolge von einer blutjungen Billie Holiday. Der kommerzielle Durchbruch kam mit Ella Mae Morse und "Cow Cow Boogie", für den es eine Goldene Schallplatte gab. Benny Carter, Martha Tilton, Nat King Cole, Bing Crosby, Peggy Lee, Fats Domino, Louis Armstrong, Miles Davis und Benny Goodman waren nur einige der vielen Künstler, die das Label unter Vertrag hatte.

1950 bezog Capitol sein eigenes Studio in der Melrose Avenue in Hollywood und stieg bis Mitte der 1950er-Jahre zu einem der größten Unternehmen in der Unterhaltungsindustrie auf. Die Andrews Sisters, Jackie Gleason, Rick Nelson, Ray Anthony, Bobby Darin, Andy Griffith, Shirley Bassey, Martin Denny, The Kingston Trio, Judy Garland, Nancy Wilson und Gene Vincent gehörten zu den erfolgreichsten Künstlern, die Capitol in dieser Zeit unter Vertrag hatte.

1955 erwarb die englische Plattenfirma EMI Capitol Records, der Architekt Welton Beckett entwarf einen 13 Stockwerke hohen erdbebensicheren Turm, der zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung 1956 das erste runde Bürogebäude der Welt war. Er sieht aus wie ein Stapel Singles auf einem Plattenspieler, wobei das rechteckige Erdgeschoß erst später angebaut wurde, und ist heute ein Wahrzeichen Hollywoods.

Die Beatles 1967, wenige Wochen vor der Veröffentlichung von "Sgt. Pepper" - sie ließen die Kassen von Capitol Records klingeln. - © Apple Corps LTD
Die Beatles 1967, wenige Wochen vor der Veröffentlichung von "Sgt. Pepper" - sie ließen die Kassen von Capitol Records klingeln. - © Apple Corps LTD

Musiker wie Badfinger, The Band, Glen Campbell, Joe Cocker, Grand Funk Railroad, Jimi Hendrix, Steve Miller Band, Pink Floyd, Linda Ronstadt, die Beach Boys und die Beatles gingen ein und aus. Heute finden sich unter anderem Katy Perry oder Sam Smith auf der Liste der Capitol-Records-Künstler.

Nächstes Jahr feiert das Label seinen 80. Geburtstag und der Taschen-Verlag feiert das schon heuer mit einer Neuauflage seiner Erstausgabe von 2016 des opulenten Bandes über die Geschichte des Musiklabels. Schnappschüsse aus dem Archiv, ein Einleitungstext des Künstlers Beck und eine akribisch aufgezeichnete Geschichte mit sämtlichen Künstlern – eine Fundgrube für Interessierte!