Unterschiedliche Mentalitäten prallen in Maria Publigs viertem Krimi um die PR-Agentin Walli Winzer aufeinander: die österreichische und die türkische sowie die Wiener und die Waldviertler. Kann das gutgehen?

Ausgangspunkt ist ein Mord, dessen Opfer mitten in einer Teppichpräsentation auftaucht. Und weil die Mordwaffe und deren Besitzer sofort greifbar sind, ermittelt die Wiener Polizei nicht mehr viel weiter. Das aber lassen Walli und der von ihr eingeschaltete Dorfpolizist ihrer Wahlheimat Großlichten nicht gelten. Schließlich ist der Mordverdächtige ein Großlichtener, den beide gut kennen (oder zumindest gut zu kennen glauben) und dem sie das Verbrechen aber schon überhaupt nicht zutrauen, auch wenn seine Anwesenheit zum Zeitpunkt des Mordes Ungereimtheiten aufwirft. Und weil Walli Winzer inzwischen mordgeeicht ist und sich Dorfpolizist Sepp Grubinger ohnehin nur in sein Schicksal fügen kann, wenn der Wiener Orkan in Pumps in seinem Büro auftaucht, wird eben auf eigene Faust an den Kollegen vorbei geschnüffelt, und zwar in der Designerszene und in der türkischen Community. Die Autorin leuchtet dabei auch das Thema Integration aus.

Maria Publig: Waldviertelblut
Gmeiner; 283 Seiten; 14 Euro