- © Suhrkamp Verlag
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Diese Männer sind alternde Dichter, die glauben, ihr weißes Haar verstärke ihren Sex-Appeal. Oder Gynäkologen, die sich für Künstler halten und vor allem das malen, was sie am besten kennen, nämlich weibliche Geschlechtsorgane. Diese Männer sind eitel, leiden an Selbstüberschätzung und pflegen einen machohaft-patriarchalischen Umgang mit ihren Frauen. Und diese Frauen? Können einem leidtun, sind aber auch irgendwie selbst schuld daran, dass ihre Ehen kleinliche, laue Höllen sind.

Die 1981 in Skopje geborene Rumena Bužarovska ist eine Art Shootingstar der südosteuropäischen Literaturszene, und ihre elf Mann-Frau-Erzählungen sind in der Tat ziemlich bitterböse geraten. Den Ehe-Schlaglichtern fehlt es nicht an sexueller Drastik und ätzendem Spott, und nur manchmal wirken sie in ihrem patriarchatskritischen Duktus ein wenig bemüht. Eine Entdeckung!