Wenn einer schon nach dem Astrolabium benannt ist, dann muss er doch förmlich zu den Sternen aufbrechen. Und so folgt Astrolabius Winter, der minderjährige Held einer neuen Weltraumserie aus Österreich, seinem Vater einem Astronauten, mitsamt seiner Familie - nun, zwar nicht zu den Sternen, aber doch zum Mond. Denn dort existiert seit fünf Jahren eine Kolonie, in die nun auch Astro, wie er von seinen Freunden gerufen wird, einzieht, Besuch in der Mondschule inklusive. Wobei, das mit den Freunden ist so eine Sache, denn in jeder neuen Umgebung muss man erst einmal seinen Platz finden. Und allzu rasch steht man dann vor der Wahl: Setzt man sich zu den Netten an den Loser-Tisch oder zu den bösen, aber coolen Jungs?

Astro fällt diese Wahl nicht schwer, und so hat die neue Serie auch einen pädagogischen Einschlag, während sie hauptsächlich das Leben in der Mondkolonie unter ein paar tausend Humanoiden (die Autoren schreiben nicht von Menschen, und die Erde heißt hier Alpha Prime) schildert. Astro ist dabei der Vorzeigeheld: stets hilfsbereit, freundlich, nicht der Stärkste, aber solide. Und selbst seine kleine Schwester hat er gern. Nicht zu vergessen seinen neuen besten Freund Nolan, für den er sich einsetzt, als dieser von Erik und seiner Gang gedisst wird, was Astro ebenfalls in deren Schussfeld bringt.

Und so muss Astro lernen, mit unangenehmen Zeitgenossen umzugehen. Aber keine Angst, im Mittelpunkt steht natürlich der Weltraum. Schließlich gibt es für Kinder kaum etwas Faszinierenderes als die unendlichen Weiten des Universums (vielleicht Dinosaurier und Ritter ausgenommen). In Band drei trifft Astro denn auch sein großes Idol, den zu seiner Zeit berühmtesten Astronauten und Wissenschafter, der soeben von einer fünfjährigen Mission mit einem Traum von einem Raumschiff zurückkommt. Und gleich zu Beginn lassen die Autoren Manuela Wieninger und Martin Wintersberger ihrer Fantasie freien Lauf, indem sie kleine Inseln mit Atmosphären einbauen, die frei im Weltall schweben. Es ist zu erwarten, dass die eine oder andere später auch noch eine Rolle spielen wird.

Vorerst aber, in den ersten vier Bänden, die bisher erhältlich sind, spielt sich alles in der Mondstation ab. Und da gibt es genug zu erleben, wenn Astro einen Hund bekommt, sich den Mondschnupfen holt, Fechten lernt (oder auch nicht), in unterirdische Katakomben gerät und und und. Es sind die ersten 4 von insgesamt 10 Bänden der ersten Staffel, die 30 Episoden enthalten. Und das ist erst der Anfang, denn mehr als 26 solcher Staffeln sind in Planung. Wieninger und Wintersberger, die am 12. April den niederösterreichischen Creative Business Award 2021 einheimsen konnten, haben also noch Großes vor. Und so, wie sich die ersten vier Bände anlesen, ist ihnen durchaus zuzutrauen, dass sie ihre junge Klientel bei der Stange halten können.