Der Filmemacher und Autor David Schalko ist neuer Präsident der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft. "Peter Fabjan (Bernhards Halbbruder, Anm.) ist auf mich zugekommen. Ich habe mich gern überreden lassen", erzählt er in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe). "Natürlich ist mir Thomas Bernhard als Schriftsteller wichtig."

In der Frage des Nachlasses sehe er sich "in einer vermittelnden Rolle. Da sind viele Menschen am Werk. Es geht darum, in nächster Zeit einen geeigneten Ort dafür zu finden. Wir wollen sicherstellen, dass die Republik Österreich den Nachlass für eine Leserschaft im 21. Jahrhundert zugänglich macht, dass das aufbereitet wird und den Stellenwert bekommt, den es verdient." Es werde - auch mit der Österreichischen Nationalbibliothek - "an einem Paket gearbeitet, das am Ende hoffentlich für alle gut sein wird. Aber wir sind mittendrin - es ist also noch nichts spruchreif." Für die Forschung zugänglich ist derzeit lediglich das Digitalisat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Die Internationale Thomas Bernhard Gesellschaft (ITBG) wurde am 11. Februar 1999 gegründet und versteht sich "als internationales Forum zum Austausch von Informationen und zur Vermittlung von Kontakten". Bis zu seinem Tod im Vorjahr war Suhrkamp-Cheflektor Raimund Fellinger Präsident der ITBG. Stellvertretender Präsident ist Sepp Schellhorn, Ehrenpräsident Peter Fabjan.

Das Interesse an Bernhards Stücken ist indes ungebrochen. Allein am heutigen Mittwoch, stehen in Wien zwei Premieren an: "Die Jagdgesellschaft" im Akademietheater und "Der Theatermacher" am Volkstheater. (apa)