Pierre Durant hat es sich so schön vorgestellt: ein romantisches Wochenende zu zweit mit seiner Freundin Charlotte, der er - endlich, nachdem er sich lange davor gedrückt hat - dabei einen Heiratsantrag machen möchte. Dass es genau nicht so kommt, liegt eigentlich auf der Hand. Denn erstens macht ihm Charlotte einen Strich durch dir Rechnung, indem sie - von seinen Verlobungsideen nichts ahnend - ihren und seinen Vater kurzerhand ebenfalls auf dieses Wochenende einlädt, auf dass die beiden Generationen und die beiden Familien einander näherkommen mögen. Und zweitens gerät sie durch einen dummen Zufall plötzlich in akute Lebensgefahr. Denn die begeisterte Köchin springt spontan für eine Kandidatin einer Kochshow ein, die im selben Hotel gedreht wird. Und nach bereits zwei verdächtigen Todesfällen kommt es dabei fast zu einem dritten.

Pierre Durant kann da natürlich nicht anders, als den Täter hinter der mutmaßlichen Mordserie zu jagen. Denn dass es sich um lauter Unfälle handelt, glaubt er keine Sekunde. Umso ärgerlicher ist, dass die örtliche Polizei zunächst nicht wirklich aktiv wird, weil sich alle Vorgänge doch recht plausibel und simpel erklären lassen. Aber es wäre nicht Pierre Durant, würde er nicht letztlich doch viele verschiedene kleine Puzzlesteine zu einem großen Bild zusammentragen und -fügen. Dass er dabei eigentlich seine Kompetenzen überschreitet, um nicht zu sagen, an der Grenze zur Amtsanmaßung schrammt, kümmert ihn keinen Deut, ermittelt er doch diesmal aus persönlicher Betroffenheit - und zwar mit Hilfe der beiden Väter, wobei sich sein langjähriges schlechtes Verhältnis zum eigenen endlich drehen zu scheint. Blöd wäre es freilich, wenn der neue Bürgermeister daheim, der ohnehin an seinem Stuhl sägt und eigentlich einen neuen Polizeichef installieren möchte, von seinem Alleingang erführe. Aber zum Glück kann Pierre auf die Hilfe seines Assistenten Luc und der übrigen Rathausbelegschaft zählen, die die Intrigen des Ortschefs, der den alten durch ebensolche aus dem Amt befördert hat, durchschauen und ihren Dorfpolizisten decken.

Es wird also sehr persönlich in Sophie Bonnets neuem Provence-Krimi "Provenzalischer Sturm". Und wie üblich nimmt sie sich auch noch ein anderes regionales Thema vor: Diesmal sind es ausländische Investoren, die sich in französische Weingüter einkaufen. Dabei wird die Frage aufgeworfen, wie schlimm reiche Chinesen für Europa wirklich sind, ob man um jeden Preis an alten Traditionen festhalten muss - und wie der Klimawandel den Weinbau zu Veränderungen zwingt.