Der Schriftsteller Horst Pillau ist, wie erst jetzt bekanntgegeben wurde, am 7. Jänner in Berlin im Alter von 88. Jahren gestorben. Pillau war einer der erfolgreichsten Autoren für das Boulevardtheater und schrieb auch für das Fernsehen. Zahlreiche Komödien waren, mit Publikumslieblingen wie Peter Weck oder Harald Juhnke besetzt, Höhepunkte der gehobenen Unterhaltung.

Pillau, am31. Juli 1932 in Wien geboren, aber noch als Kind mit seinen Eltern nach Berlin übersiedelt, wurde vor allem mit seinen Szenen bekannt, die er für die von Hans Rosenthal moderierte Fernsehsendung "Dalli Dalli" schrieb. Allerdings war das nur ein kleines Segment seiner Tätigkeit. Er schrieb rund 40 Theaterstücke, viele davon waren Komödien für das Hamburger Ohnsorg-Theater, etwa die Trilogie "Der Kaiser vom Alexanderplatz", "Der Kaiser von Neukölln", "Der Kaiser vom Potsdamer Platz" sowie "Hansen gegen Hansen", "Nie wieder arbeiten!" und "Was strahlt denn da?".

Sattelfest im lokalen Tonfall

Für das Fernsehen schrieb er zahlreiche Drehbücher, etwa "Unter einem Dach", "Es muss nicht immer Kaviar sein", "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" nach Theodor Fontane, "Peter und Paul" mit Helmut Fischer und Hans Clarin sowie etliche "Pumuckl"-Folgen. Für den ORF verfasste er 1990 bis 1992 die Drehbücher zu der 25-teiligen Serie "Roda Roda Geschichten" mit Peter Weck in der Rolle des altösterreichischen Humoristen und Satirikers und Auftritten von Schauspielern wieLotte Ledl, Mijou Kovacs, Marianne Nentwich, Fritz Eckhardt, Erwin Steinhauer, Heinz Petters und Kurt Jaggberg.

Pillau war obendrein ein glänzender Autor von Unterhaltungsromanen wie "Die Geisterbehörde", "Auf immer und ewig", "Endlich ein Held" und "Guten Tag, Herr Liebhaber". Sowohl seine Theaterstücke als auch seine Prosa zeichnet sich vor allem durch einen lebendigen Dialog aus, wobei Pillau über die Gabe verfügte, sich in lokale Idiome einzufühlen: Altösterreichischer Tonfall und Berliner Schnoddrigkeiten gelangen ihm ebenso wie das Hamburgerische.

Pillau selbst hielt sich stets im Hintergrund und verstand seine Aufgabe als Theater- und Drehbuchautor als einen Dienst, um seinen Schauspielern wirksames Material zu geben.

Pillaus Hobby war das Fliegen, das auch in seiner Autobiografie "Airborne - Mein Leben im Flug" eine wesentliche Rolle spielte.